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Urteil rechtskräftig
Asylbewerber muss nach Mord in Hoyerswerda ins Gefängnis

Ein 32-Jähriger Afghane muss nach seiner Verurteilung wegen Mordes ins Gefängnis.
Ein 32-Jähriger Afghane muss nach seiner Verurteilung wegen Mordes ins Gefängnis. FOTO: Fotolia
Hoyerswerda. Ein Afghane (32), der seine Frau im Asylbewerberheim in Hoyerswerda ermordet hat, muss nun endgültig ins Gefängnis. Seine Revision gegen die Entscheidung des Landgerichts Görlitz wurde abgewiesen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod seiner trennungswilligen Ehefrau hatte das Landgericht einen Asylbewerber im März wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Afghane im August 2016 im Asylbewerberheim in Hoyerswerda aus Eifersucht das Gesicht seiner Frau (25) in ein Kissen gedrückt hatte, um sie aus niedrigen Beweggründe zu töten, hieß es in der Urteilsbegründung. Er habe der Mutter seiner vier Kinder das Lebensrecht abgesprochen, weil sie sich ihm nicht länger unterwerfen wollte, sagte der Kammervorsitzende.

Am Freitag teilte das Gericht nun mit, dass der Bundesgerichtshof (BGH) die Revision des 32-Jährigen durch Beschluss vom 5. September verworfen habe. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Zum Prozessauftakt hatte der Mann die Tat bestritten und einen epileptischen Anfall – in seiner Sprache Farsi sagt er „vom Teufel besessen“ – für den Tod verantwortlich gemacht. Das widerlegte ein Gutachter.

Auch Zeugen gaben an, dass es häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen dem Ehepaar gekommen sei. Sogar der Vater in der afghanischen Heimat sollte auf Initiative des Angeklagten mit der Tochter telefonisch ein ernstes Wort reden. Hintergrund der Tat sollen Trennungsabsichten der Ehefrau gewesen sein, von denen der Angeklagte erfahren habe, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch habe die Getötete Kontakte zu anderen Männern aufgenommen.

(dpa/bob)