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| 18:13 Uhr

Populärwissenschaft
„Astrologie ist spannend, obwohl sie Humbug ist“

Vereinsmitglied Frank Donath während des jüngsten Vortrages im Hoyerswerdaer Planetariums.
Vereinsmitglied Frank Donath während des jüngsten Vortrages im Hoyerswerdaer Planetariums. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Um geheimnisvolle Sterne geht es in Hoyerswerda.

Der bundesweite Astronomietag steht im Jahr 2018 unter dem Thema „Das geheime Leben der Sterne“. Frank Donath vom Astronomischen Verein Hoyerswerda (AVH) spricht deshalb im Planetarium über Sterndeutung aus psychologischer Sicht. Der Diplom-Psychologe erklärt zunächst: „Astrologie ist keine Wissenschaft. Ihre Grundannahme, dass die Sterne und Planeten direkten Einfluss und Vorbestimmungen auf das Leben einzelner Menschen hätten, ist falsch.“

Richtig ist stattdessen, die Menschheit als Teil der Natur und des Kosmos zu verstehen. In diesem Wissen sieht Frank Donath den Grund für die bis heute faszinierenden astrologischen Deutungen himmlischer Gestirnkonstellationen, die angeblich irdische Vorgänge beeinflussen. Jeder Mensch, dessen Geburtsort, –tag und Geburtszeit auf die Minute bekannt sind, könne sich ein Geburtshoroskop erstellen lassen. Horoskope befriedigen die Neugier, welchen Einfluss die Sterne wohl auf Lebensentscheidungen haben könnte. Schon im 4. Jahrhundert vor unserer Zeit begannen im alten Ägypten Tempelgelehrte und Priester systematisch, Himmelskörper zu beobachten. Als der Astronom und Astrologe Johannes Kepler 1609 die Keplerschen Gesetze veröffentlichte und sich langsam das heliozentrische Weltbild durchsetzte, endete eine Ära. Ab da begann sich das Begreifen des Eingebettetseins der Menschen in die Natur aus rationaler, technisierter und damit verarmter Sicht zu entwickeln. Die vorher übliche ursprüngliche Art der Astrologie, die auf Bildern und Empfindungen basierte, ging verloren, erklärt Donath.

Der Mediziner Balla Sissoko aus Mali, der seit Jahren in Zeißig wohnt, ist Mitglied des AVH und vergleicht Astrologie mit der Magie in seiner Heimat. Dort werden, um die Zukunft eines Menschen vorauszusagen, aber auch Wasser und Erde betrachtet, benennt er Unterschiede.

Am 20. April um 19 Uhr spricht das AVH-Mitglied Thomas Hensel über Gravitationswellen, deren Existenz Albert Einstein vorhersagte und die im Jahr 2015 endlich nachgewiesen wurden.