| 02:46 Uhr

Aschermittwoch: Viele Taler und Hoffnung auf bessere Narrenzeit

Schönes Gefühl: Bernd Wiemer genießt den Griff in die prall gefüllte Stadtkasse. Andreas Kubale (l.) und Prinz Uwe III. assistieren.
Schönes Gefühl: Bernd Wiemer genießt den Griff in die prall gefüllte Stadtkasse. Andreas Kubale (l.) und Prinz Uwe III. assistieren. FOTO: des
Hoyerswerda. Heringe für die Narren, Schelte für die Verwaltung. Hoyerswerdas Karnevalisten sind bis zum 11. November die Schlüsselgewalt über das Rathaus wieder los. HKC-Präsident Andreas Kubale und Prinz Uwe III. haben am Aschermittwoch 11.11 Uhr Stadtkasse und Rathausschlüssel wieder abgegeben. des

Doch nicht Oberbürgermeister Stefan Skora, sondern sein Pressesprecher Bernd Wiemer, nahm die Insignien der Macht in Empfang. Wegen einer Verpflichtung des Rathauschefs in der Landeshauptstadt.

Auch in Abwesenheit musste sich der Verwaltungschef eine närrische Schelte gefallen lassen. Nicht nur, dass er es nicht geschafft hatte, ein Männerballett der Verwaltung auf die Beine zu stellen und höchstselbst Bein auf dem närrischen Parkett zu zeigen, auch sein Auftritt zum traditionsreichen Wittichenauer Rosenmontagszug auf Einladung des dortigen Bürgermeisters hinterließ bei den Hoyerswerdschen Narren einen faden Beigeschmack. Das könnte als Flucht gedeutet werden, wäre aber nicht der Rede wert, wenn der Oberbürgermeister sich auch bei HKC-Veranstaltungen in seiner Stadt sehen gelassen hätte, verkündeten die Karnevalisten mit ernster Miene. Aber fremdeln auf traditionsreichen Terrain in der Nachbarschaft und Faschingsmuffel in der eigenen Stadt? Das sei kein gutes Signal, meint die HKC-Spitze ernüchtert.

Stolz präsentierte die Narrenschar die Ergebnisse jener Aufgabe, die sie von der Verwaltung gestellt bekommen hatte. Die drei Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung, die dem Stadtrat zur einstimmigen Beschlussfassung unterbreitet werden sollen. Sie reichen von Einsparung von Druckkosten durch Kürzen des Slogans "Wir lieben Ideen" auf "Wir lieben" bis zur Erhebung von Parkgebühren auf Privatflächen der Stadt für deren Bedienstete. "Enormes Einsparpotenzial" wittert darin Pressesprecher Wiemer, der eine zweite Chance und Fristverlängerung bis zur nächsten Session für seinen Chef erbittet, um tänzerisch auf närrischem Parkett aktiv zu werden. Ob's die einzige karnevalistische Aufgabe bleibt, wird erst mit Start in die nächste fünfte Jahreszeit entschieden.