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Arthur Kusber gibt die Richtung vor

Arthur Kusber vorm Forum der Lausitzhalle, in dem sich mit VHS und Musikschule zwei Teilbereiche der Zookultur befinden.
Arthur Kusber vorm Forum der Lausitzhalle, in dem sich mit VHS und Musikschule zwei Teilbereiche der Zookultur befinden. FOTO: H. Landes
Hoyerswerda. Arthur Kusber ist ab dem heutigen Dienstag Geschäftsführer der gemeinnützigen Zoo, Kultur und Bildung Hoyerswerda GmbH. Der 38-Jährige Familienvater tritt die Nachfolge von Carmen Lötsch an, die in ihre badische Heimat zurückgekehrt ist. Hartmut Landes

Spät hat er sich entschieden, der neue Geschäftsführer der Zookultur. Erst zwei Tage vor dem Ende der Bewerbungsfrist hat er seine Unterlagen eingereicht. Nach reiflicher Überlegung, wie er sagt. Und nachdem er sich mit seiner Familie beraten hatte. Aufsichtsrat und Stadtrat haben ihm das Vertrauen geschenkt. Nun steht Arthur Kusber nicht mehr in der zweiten Reihe. Ab heute ist der 38-Jährige die Nr. 1 der Zookultur und gibt die Richtung vor.

Viele Mitarbeiter haben den ehemaligen Prokuristen ermuntert, die Nachfolge von Geschäftsführerin Carmen Lötsch anzustreben. Weil sie ihm vertrauen, weil er sich auskennt mit der Zookultur, von Anfang an dabei war und Verantwortung getragen hat. Wohl auch, weil sie sich sorgen um die Zukunft der städtischen Gesellschaft und ihre Arbeitsplätze.

Diese Sorge und auch die Verantwortung für die Mitarbeiter waren es schließlich, die Arthur Kusber bewogen haben, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. "Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, wie es mit dem Unternehmen weitergeht", sagt er rückblickend. Nun wird er diesen Weg entscheidend zu gestalten haben. In einer ersten Beratung mit den Mitarbeitern habe er deutlich gemacht, auf Kontinuität setzen zu wollen. Schließlich hat er als leitender Mitarbeiter in den vergangenen Jahren mitgewirkt, dass mit der Zookultur ein zwar auf Zuschüsse angewiesenes, aber dennoch "gesundes Unternehmen gewachsen ist". Er kennt sich aus in dem Betrieb, weiß um die Umstände, unter denen er sich entwickelt hat.

Dazu gehört vor allem, dass es 560 000 Euro Zuschuss weniger gibt pro Jahr aus dem städtischen Haushalt für die Zoo, Kultur und Bildungsarbeit seit diese Aufgaben in eine gemeinnützige städtische Gesellschaft ausgelagert sind. Das sind mehr als ein Viertel dessen, was die Stadt einst gab. An den Angeboten der Zookultur sollen jedoch keine Abstriche zugelassen werden. Im Gegenteil. Attraktiver und interaktiver ist der Anspruch. Kusber will den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und verweist auch auf das, was bisher erreicht wurde. Eine moderne Bibliothek mit onleihe, die die einzige in einer mittelgroßen Stadt in Ostdeutschland ist, die vier Qualitäts-Sterne vorweisen kann. Auch Volkshochschule und Musikschule sieht Kusber auf einem guten Weg. "Wir müssen neue Angebote für neue Zielgruppen einbauen, ohne Etabliertes zu vernachlässigen", sagt der neue Geschäftsführer und verweist auf die kostenlosen Schnupperkurse der Musikschule und die Zumba-Kurse der Volkshochschule. "Wir müssen uns ergebnismäßig auf noch bessere Füße stellen", formuliert Kusber und betont damit den Anspruch, mehr Einnahmen zu erzielen. Augenmerk legt er dabei auf die Angebote von Zoo und Museum. Die Weichen seien mit dem neuen Museumskonzept und mit den Plänen zum Umbau des Eingangsbereichs für den Zoo gestellt. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Dabei legt Kusber wert auf ein gutes Miteinander der Partner wie Zooförderverein oder Woyski-Stiftung. Misstöne in jüngerer Vergangenheit hält er für Missverständnisse. "Der Ausbau der Zusammenarbeit mit unseren Förderern gehört zu unseren Aufgaben. Das nehme ich sehr ernst", sagt er.

Große Sprünge sind für die Zookultur auch künftig nicht drin. Es werde viel Kraft kosten, die Zuschüsse in derzeitiger Höhe von den großen Zuwendungsgebern zu erhalten. Auch personell zeichnet sich keine Verstärkung ab. Nach dem Ausscheiden der bisherigen Geschäftsführerin werden Aufgaben intern umverteilt. Kerstin Noack wird Prokuristin. Und was das seit vier Jahren stagnierende Gehalt der Mitarbeiter betrifft, sagt Kusber: "Wir können kein Geld ausgeben, das wir nicht haben."

Zum Thema:
Arthur Kusber lebt mit seiner Familie in Bautzen. Der 38-Jährige ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er studierte an der TU Dresden Betriebswirtschaftslehre und arbeitet seit 2009 in Hoyerswerda. Zunächst war er Leiter Finanzen beim städtischen Eigenbetrieb Kultur und Bildung, später stellvertretender Direktor. Nach Ausgründung der Zookultur wurde er kaufmännischer Leiter und Prokurist der gGmbH.