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| 17:57 Uhr

Wasser- und Bodenqualität
Hoyerswerdaer lassen die Wasserqualität prüfen

Heike Schölzke untersucht eine Wasserprobe.
Heike Schölzke untersucht eine Wasserprobe. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Chemische Untersuchungen verraten Spannendes über Brauchwasser und Gartenerde. Von Katrin Demczenko

Wie nährstoffhaltig ist der Boden in Hoyerswerdaer Gärten? Hat das dort entnommene Leitungs- oder Brunnenwasser vielleicht doch Trinkwasserqualität? Mit solchen Fragen sind ein Dutzend Neugierige in die Volkshochschule (VHS) am Lausitzer Platz gekommen. Sie wollten Wasser- und Erdproben von Heike Schölzke, die zur Arbeitsgruppe für Umwelttoxikologie  (AfU) gehört, untersuchen lassen.

Den Nitrat- und den ph-Wert kann die Mitarbeiterin mit dem deutschen Einheitsverfahren (elektro-chemisch) sofort bestimmen und erklärt gleich, dass diese Werte allein nicht ausreichen, Wasser als Trinkwasser auszuweisen. Ausführlichere Analysen, wie die Bestimmung des Nitrit- sowie des Eisengehalts, der Gesamthärte und anderer Werte sind dazu nötig und erfolgen nur im Labor.

Für die Untersuchung von Bodenproben auf den ph-Wert, den Nitratstickstoff-, den Phosphat-, Kalium- und Kalkgehalt gilt das auch, sagt Heike Schölzke. Diese Werte informieren vor allem Kleingärtner über die Qualität ihrer Scholle und sind mit individuellen Düngeempfehlungen verbunden. Etwa zwei Wochen nach der Abgabe der Proben erhält jeder schriftlich die Ergebnisse.

Dieter Greier interessiert die Qualität des Wassers, mit dem er täglich in seinem Garten die Pflanzen gießt. Ehe er aber den ph-Wert seiner Probe erfahren kann, muss die AfU-Mitarbeiterin die benötigten Geräte mit destilliertem Wasser reinigen. „Sind sie nicht ganz sauber, verfälscht das das Testergebnis“, begründet sie.

Dann füllt Heike Schölzke etwas Wasser in den Glaszylinder, taucht die Elektrode hinein und nach wenigen Minuten zeigt der Apparat den pH-Wert 5,7 an. Mit einem Wert unter 7 ist das Wasser leicht sauer und der Grenzwert von 6,5 nach der Trinkwasserverordnung wird unterschritten, erfährt der Kleingärtner. Dieser ph-Wert kann dazu führen, dass Rohrleitungen rosten und dabei toxische Metalle ins Wasser gelangen. Das sei kein Problem, antwortet der Mann, denn seine Rohre sind aus Plastik. Der Nitratwert des Wassers liegt bei 78,2 mg/l, also über dem laut Trinkwasserverordnung geltenden Grenzwert von 50 mg/l. Das kühle Nass in Greiers Garten ist daher auf keinen Fall Trinkwasser, aber zum Gießen geeignet.

Eine Hobbygärtnerin aus Hoyerswerda hat ein Glas voll Erde mitgebracht und übergibt es Heike Schölzke. Jeden Herbst bringt die Frau Rinder- und Pferdedungpellets auf ihren Beeten aus und möchte wissen, ob die der Erde zugeführten Nährstoffe ausreichen oder ob es womöglich zu viele sind. „Überdüngt wird der Boden eher selten, da die Pflanzen Nährstoffe beim Wachstum verbrauchen und der Regen sie auswäscht“, erklärt ihr die AfU-Mitarbeiterin. Nach diesen Informationen entscheiden die Frauen gemeinsam, welche Analyse sinnvoll ist.

Die nächste Möglichkeit, Wasser- und Erdproben gegen Entgelt überprüfen zu lassen, besteht im Februar 2019 wieder in der VHS.