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Arbeiterwohlfahrt will im WK IX neu bauen

Wo auf Abrissflächen an der Thomas-Müntzer-Straße bereits Wald entsteht, möchte die Arbeiterwohlfahrt einen Neubau errichten.
Wo auf Abrissflächen an der Thomas-Müntzer-Straße bereits Wald entsteht, möchte die Arbeiterwohlfahrt einen Neubau errichten. FOTO: cw
Hoyerswerda. Der Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Lausitz will im Wohnkomplex IX in Hoyerswerda ein Zeichen setzen – gegen das Abkoppeln des Gebietes von der weiteren Stadtentwicklung. Der Sozialdienstleister plant zwei Neubauten beiderseits der Thomas-Müntzer-Straße – teils sogar auf Flächen, die nach dem Abriss von Wohnhäusern jetzt schon als Grünland ausgewiesen sind. Catrin Würz

"Wir sehen in diesem Standort Potenzial und wollen unsere Dienstleistungen hier erweitern", erkärt AWO-Geschäftsführer Torsten Ruban-Zeh. Nicht zum ersten Mal sagt der AWO-Chef diesen Satz. Schon im Juni hatte er sich gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Lebensräume-Genossenschaft scharf gegen die im städtebaulichen Entwicklungskonzept (Seko) ausgewiesenen Pläne ausgesprochen, den WK IX quasi aus der Stadtkarte zu löschen und als Wald auszuweisen. Das sei ein Fehler, ist Ruban-Zeh überzeugt. Den Worten will die Arbeiterwohlfahrt nun auch Konkretes folgen lassen: Der Sozialverband hat bei der Stadt eine Bauvoranfrage zur Errichtung von zwei neuen Gebäuden gestellt, die links und rechts der Thomas-Müntzer-Straße entstehen sollen. Die Stadt Hoyerswerda muss sich in den nächsten Tagen zu dieser offiziellen Anfrage positionieren.

Demnach sei es geplant, unmittelbar vor dem jetzigen Altenzentrum einen dreigeschossigen Erweiterungsbau zu errichten, erklärt Torsten Ruban-Zeh. In das Gebäude sollen unter anderem jene 47 Pflegeplätze integriert werden, die jetzt noch in einem separaten Pflegewohnheim an der Gneisenau-Straße bestehen. In diesem ausgelagerten Wohnheim seien die Bedingungen für die Pflege nicht mehr zeitgemäß. Zudem hat die AWO für das frei werdende Gebäude an der Gneisenau-Straße bereits neue Pläne: Hier könnte zukünftig das Kinder- Jugendwohnheim der AWO - bisher in der Schulstraße angesiedelt - ein neues Domizil finden. "Das Gebäude gibt Möglichkeiten für mehrere Wohnbereiche her - so, wie es heute Usus ist", sagt der AWO-Geschäftsführer. Der Erweiterungs-Neubau an der Müntzerstraße lässt darüber hinaus die Vergrößerung des Tagespflege-Bereiches zu. Eine Aufstockung von derzeit zwölf auf 20 Tagespflege.Plätze ist geplant.

Direkt gegenüber auf der anderen Seite der Müntzer-Straße und unmittelbar neben der AWO-Kita "Spielparadies" möchte der Sozialverband ein Multifunktionsgebäude mit Räumen für Sport- und Bewegungsangebote sowie einem Wasserbecken für Therapie- und Gesundheitssport neu bauen. Nutzbar für alle Klienten der AWO in der Seniorenwohnanlage, im Pflegebereich, für die Kita und für jedermann. Dieser Bau würde allerdings auf schon als Grünland ausgewiesenen Flächen entstehen. Die Stadt muss hier also eine Grundsatzentscheidung treffen.

Der AWO-Chef ist fest vom Potenzial dieses Bereiches als sozialem Dienstleistungsstandort überzeugt, an dem die AWO gegenwärtig 281 Arbeitsplätze sichert. "Die Müntzerstraße ist das direkte Eingangstor in unsere Stadt für alle, die aus Richtung Cottbus/Spremberg zum Lausitzer Seenland Klinikum fahren - eine sehr wichtige Achse. Hier sollte kein Wald stehen", sagt Torsten Ruban-Zeh. Hoyerswerda müsse die Chance ergreifen, sich als großer Dienstleistungsstandort für Handel, Kultur, Wohnen und eben auch für So zialangebote weiterzuentwickeln. Die AWO wolle dazu einen Beitrag leisten: eine Investition von insgesamt immerhin acht bis zehn Millionen Euro.