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Arbeiten am Lohsa-Tunnel sind abgeschlossen

Lohsa. Eine der größten Baumaßnahmen im östlichen Lausitzer Seenland steht kurz vor ihrem Abschluss. Die Verdichtungsarbeiten am Lohsaer Tunnel sind vollendet. trt1

Aktuell läuft der Probestau des Lohsaer Sees auf Hochtouren.

Das gewaltige Bauwerk ist auf den ersten Blick kaum sichtbar. Knapp anderthalb Kilometer lang ist der Tunnel zwischen dem Speicher Lohsa II (Lohsaer See) und dem benachbarten Bernsteinsee. Die unterirdische Verbindung wurde bereits Ende der 1990er-Jahre hergestellt. Jetzt ist das Areal rund um den Lohsa-Tunnel, wie die Konstruktion in der Bevölkerung inzwischen genannt wird, im Auftrag der Bergbausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) umfassend gesichert worden. Und zwar mittels der sogenannten HDI-Technologie. Die "Hochdruckinjektion mit Zementsuspension" dient zur Verfestigung des Baugrundes im Kippenumfeld. Die entsprechenden Arbeiten sind vor Kurzem am Einlaufbauwerk des Tunnels am Lohsaer See und an den drei Kontrollschächten der Tunnelröhre abgeschlossen worden. Dazu wurden laut LMBV über 1000 Bohrungen mit jeweils einem Durchmesser von 1,2 Metern in eine Tiefe von bis zu zwölf Metern getrieben.

Nach Angaben des zuständigen LMBV-Abteilungsleiters Gerd Richter werden derzeit noch die Außenanlagen hergerichtet. Endgültig abgeschlossen seien die Arbeiten voraussichtlich bis Ende Mai.

Dennoch dürfte auch zukünftig keine Ruhe am weitab von menschlichen Siedlungen befindlichen Lohsaer See einziehen. Denn aktuell stimmten sich die Bergbausanierer mit den zuständigen Behörden zur künftigen Wasserüberleitung vom Lohsaer in den Bernsteinsee ab. Dazu müsse zwingend die Wasserqualität verbessert werden, heißt es vonseiten der LMBV. Durch umfangreiche Bekalkungsmaßnahmen sei der pH-Wert im Bernsteinsee bereits neutral. Lohsa II weise dagegen einen extrem sauren Charakter auf. Dort bewege sich der pH-Wert um 3,2.

Bereits im Herbst 2014 hatte der Probestau begonnen. Dieser wird in Abhängigkeit vom Wasservorrat weitergeführt. Bis zum avisierten Pegel von 116 Metern über Normalnull fehlten derzeit noch rund anderthalb Meter. Noch vor Ende des Jahres 2015 soll der erste Kubikmeter Wasser durch das Tunnelbauwerk fließen.

Lohsaer See, Bernsteinsee und Dreiweiberner See bilden gemeinsam das Speichersystem Lohsa II. Dieses verfüge über eine Gesamtkapazität von 72 Millionen Kubikmetern Wasser. Das entspricht etwas der Hälfte des künftigen Cottbuser Ostsees. Es soll nicht nur dem Hochwasserschutz dienen, sondern ebenso Wasser für die Spree in Trockenzeiten vorhalten. Davon profitierten neben großen Teilen der Lausitz der Spreewald sowie die Stadt Berlin.