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Anzeige nach falschem Infobrief zu Moschee in Bautzen

Bautzen. Drei Tage nach dem Auftauchen eines gefälschten Schreibens zu einem angeblichen Moscheebau in Bautzen, hat nun die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Eine Anzeige sei am Mittwoch eingegangen. bob

"Nachdem am zurückliegenden Wochenende in sozialen Netzwerken und zu Beginn der Woche in verschiedenen Medien über ein Flugblatt diskutiert wurde, wonach in Bautzen eine Moschee gebaut werden solle, ist am Mittwochmorgen auf dem Postweg eine Strafanzeige der Stadtverwaltung Bautzen zu diesem Sachverhalt im Polizeirevier Bautzen eingegangen", berichtet Polizeisprecher Thomas Knaup. Das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei haben die weiteren Ermittlungen zu diesem Sachverhalt übernommen.

Öffentlich gemacht hatte Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens den Fall am Montag. Via Facebook warnte Ahrens vor "Fakenews". Ein Brief, der in vielen Haushalten eingeworfen worden war und angbelich von Ahrens und der örtlichen SPD stammen sollte, beschrieb den Bau einer Moschee in der Stadt. "Wir brauchen eine Moschee in Bautzen und die sollte genau dort stehen, wo vor wenigen Jahren ein Lauencenter entstehen sollte", heißt es in dem Schreiben. Bauplanung und Genehmigung könnten in kürzester Zeit vorliegen, um "den neuen Mitbürgern eine würdevolle Stätte zur Ausübung ihrer Religion" zu bieten. Für Freitag lädt das Schreiben zu sogar einer "informellen Versammlung" auf dem Hauptmarkt ein.

All das ist erstunken und erlogen. "Normalerweise kommentiere ich keine Fälschungen, in diesem speziellen Fall möchten ich aber auf etwas hinweisen: Nicht nur, dass es eine Straftat darstellt, solche offensichtlichen und ohne offizielle Form versehene Schreiben in Umlauf zu bringen, es trägt auch nicht zu einer friedlichen und angemessenen Diskussion in der Stadt Bautzen bei", schrieb Ahrens.

Nun ist die Polizei am Zug.