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Anlieger der Geierswalder Windspitze wollen eine Lösung

Die Geierswalder Windspitze soll den unmotorisierten Verkehrsteilnehmern vorbehalten bleiben.
Die Geierswalder Windspitze soll den unmotorisierten Verkehrsteilnehmern vorbehalten bleiben. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Geierswalde. Die Anwohner der Geierswalder Windspitze wollen sich auf ihrer Straße endlich wieder gefahrlos bewegen. Das ist derzeit kaum möglich. Obwohl als Sackgasse ausgeschildert, nutzen viele die Trasse unmittelbar am Geierswalder See als Abkürzung. Torsten Richter-Zippack / trt1

Wann am Geierswalder See die Saison beginnt, merken die Anwohner der Windspitze am frühesten. Denn durch ihre kleine Straße rollt ein Großteil des Verkehrs in Richtung des Leuchtturms, zu den schwimmenden Häusern und zum Campingplatz. Illegal wohlgemerkt. Denn viele Autofahrer, sowohl Einheimische als auch Touristen, scheint die Ausschilderung als Sackgasse nicht zu stören, die das westliche Wohngebiet von Geierswalde erschließt. Und nicht gerade langsam, wie manche Anwohner beobachtet haben: "Es kommt gar nicht selten vor, dass auf der engen Straße Pkw noch Lkw überholen", sagt eine Bewohnerin der Windspitze.

Wie diesem Treiben künftig begegnet werden könne, wurde jetzt in einer Anwohnerversammlung heiß diskutiert. Insbesondere die vorhandene Beschilderung halten die Leute für nicht ausreichend. "Der Wegweiser zum Leuchtturm müsste größer sein und bereits weit vor der Einfahrt in die Windspitze stehen", sagt ein älterer Mann. Darüber hinaus sollte das Sackgassenschild direkt an die Kreuzung gestellt werden.

Der Vorsitzende des Fördervereins Wasserwelt Geierswalde, Karl-Heinz-Radochla, schlägt vor, an den von Touristen hochfrequentierten Wochenende sowie während der Hochsaison eine Sperre, beispielsweise in Form eines Bügels in der Straße, zu installieren. Doch seine Idee stößt auf Widerspruch. Die Leute befürchten, dass durch die erzwungene Umkehr der "Falschfahrer" eine doppelte Verkehrsbelastung entstehe. In der Diskussion fällt auch der Begriff "Schikane", und zwar mittels künstlicher Hügel. Gegenargument: Durch das Abbremsen und das darauffolgende Anfahren werde zusätzlicher Lärm hervorgerufen.

Die Gemeinde Elsterheide hat nach Angaben des Tourismusverantwortlichen Matthias Müller mehrere Szenarien durchgespielt. Eine Spielstraße lasse sich nicht umsetzen. Dazu müsste die Straße massiv baulich verändert werden, was sehr teuer werde. Darüber hinaus sei die Kommune nur zur Kontrolle des parkenden Verkehrs berechtigt. Sie dürfe keine durchfahrenden Autofahrer zur Kasse bitten. Das sei Sache der Polizei. Die ist nach Ansicht der Anwohner viel zu selten vor Ort. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Beamten an der Windspitze kontrolliert, aber nach damaliger Aussage keine Verstöße registriert.

Ein generelles Durchfahrtsverbot scheide aus. "Dann dürften die Radfahrer die Straße auch nicht mehr benutzen", gibt Müller zu bedenken. Eine Anwohnerin schlägt einen höher gelegten Fußweg vor, damit die Kinder gefahrlos zum Schulbus kommen. Nicht zuletzt solle die Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiv gestaltet werden.

Darüber hinaus bringen die Anlieger eine Namensänderung ins Spiel. Der Leuchtturm-Gastronomie- und Hotelkomplex trage die Adresse "Windspitze 15". Dadurch würden die Navigationsgeräte Autofahrer in die Sackgasse lotsen. Besser sei es, der Leuchtturm bekäme eine andere Anschrift, beispielsweise "Am Hafen". Eines wollen die Geierswalder aber auf jeden Fall nicht: Touristen vergraulen. Allerdings müssten sich diese, wie die Einheimischen, an die Verkehrsregeln halten. Bislang gibt es noch kein Verkehrskonzept für den Seenland-Ort gebe. Ein solches sollte, so schlägt Karl-Heinz Radochla vor, von unabhängigen Experten erstellt werden. In diesem Rahmen gelte es auch, endlich für eine einheitliche Ausschilderung der Attraktionen im Ort zu sorgen.