Herr Berndt, wie lief Ihre Saison 2015 am Dreiweiberner See?
Am Anfang wirklich erschreckend. Ostern war nichts. Da war es kalt. Aber dann kam das schöne Wetter doch und in den letzten Wochen haben wir es wirklich herausgerissen. Jetzt hoffen wir auf einen schönen Übergang und einen schönen Herbst. Und am Wochenende steht ja auch noch der Triathlon an.

Wie wichtig ist der Knappenman für Ihr Geschäftsjahr?
Es ist eine gute Werbung und natürlich läuft auch das Geschäft gut. Vor allem aber bringt die Veranstaltung der Gemeinde Zulauf. Viele kommen auch schon vorher zum Trainieren in die Region. Die lassen sich dann auch schon mal hier sehen. Die Wochenenden gestalten wir dann gemeinsam mit den Organisatoren und Sportlern. Freitags gibt`s zum Beispiel traditionell eine Nudel-Party.

Wie viele Leute kommen an so einem Wochenende?
Das ist schwer zu schätzen. Das Gelände ist ja weitläufig. Wir stemmen so eine Veranstaltung mit sechs Mitarbeitern. Aber die Tendenz an Gästen ist auch allgemein steigend. Wir mussten in diesem Sommer auch schon mal die Wiese für die Autos der vielen Badegäste aufmachen.

Sie sind seit zehn Jahren am Standort. Wenn Sie sich umsehen, sind Sie zufrieden mit dem, was sie geschaffen haben?
Eigentlich schon, so ganz ohne Fördermittel. Und jetzt habe ich ja auch wieder mehr Sicherheit, weil mein Vertrag verlängert wurde. Das freut mich sehr. Bei unseren Feierabendpartys donnerstags, die wir seit zwei Jahren machen, haben wir mittlerweile auch bis zu 200 Gäste hier. Eigentlich hatten wir damit nur spaßeshalber angefangen. Aber es wird super angenommen.

Einige Gemeinderäte haben sich schwer getan mit ihrer Zustimmung zur Pachtverlängerung. Was sagen Sie den Zögerern?
Das sind oft die, die nicht selbst hier raus kommen und nur nach einer Fahne reden. Die wollen Paläste haben, aber das hier ist ein Badestrand, eine Aktivstrecke für die Freizeit. Die Leute kommen mit den Fahrrädern und zum Inlineskaten. Die wollen in der Natur sitzen.

Also so, wie es jetzt ist, sollte es auch sein?
Ja, schon. Eine Küche und Toiletten sollen noch kommen. Mit der neuen Sicherheit kann ich ja auch auf die Bank gehen. Die Bar wird noch ein Rondell mehr bekommen, dass sie sich praktisch wieder nach innen zieht. Dann bekommen auch die Säulen mit den Handschnitzereien mehr Optik und Wirkung.

Wie sieht es mit dem Caravanstellplatz aus? Gibt es dafür Pläne?
Der Platz ist sehr gut ausgelastet. Das hat zwar lange gedauert, aber die Leute, die da waren, brachten nach und nach wieder neue Leute mit. Wir haben viele Tschechen. Die rufen mittlerweile auch schon an, ob etwas frei ist. Reservierungen gibt es bei uns nämlich nicht. Das wäre auch schwierig für noch 25 Plätze. Sanitär und Duschen wollen wir neu machen. Das muss unbedingt bis zum nächsten Frühjahr werden. Wenn wir den Platz fürs ganze Jahr in Betrieb kriegen, haben wir gewonnen.

Lohnt sich eine solche Investition? Was denken Sie über das Tourismusgebiet Lausitzer Seenland?
Ich denke, unsere Chance und unser Plus sind die Radwege. Ausbesserungen wären hier und da aber schon mal notwendig.

Das sehe ich, wenn ich selbst unterwegs bin. Auch an unserem Rundweg am Dreiweiberner See muss etwas gemacht werden.

Das war ja ursprünglich nur ein Wirtschaftsweg.

Haben Sie mal daran gedacht, zusätzlich an einen anderen See zu gehen?
Schon, aber an welchen? Geierswalde ist schwierig mit der dichten Wohnbebauung. Der Scheibesee ist noch nicht so weit. Da laufen erst die Planungen. Hier zu erweitern wäre schön. Aber es fehlen die Flächen. Rundherum ist Privatland.

Sie werden bald ein Vereinsheim in die Nachbarschaft bekommen, in das vorerst die Wassersportler vom Knappensee ziehen ...
Die können gern kommen. Ich habe auch schon gute Gespräche gehabt. Schwierig könnte es nur mit Parkplätzen werden. Da müsste man sich etwas einfallen lassen. Aber es gibt ja keine Flächen. Grundsätzlich hoffe ich aber auf gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit.

Möchten Sie Ihren Gästen noch etwas sagen?
Ich möchte Ihnen für die schöne Saison danken. Die Leute waren echt gut drauf. Ich möchte auch meinen Freunden und Helfern danken, die am 9. Juli für unsere Geburtstagsfeier 36 Kubikmeter Sand mit der Hand breit geschmissen haben. Wir haben die zehn Jahre mit 15 Stunden Musik gehörig gefeiert.

Ich möchte die Badegäste aber auch bitten, wenn sie zum Strand gehen, die Wege zu benutzen und nicht über die Hänge zu laufen. Manche lassen sogar ihre Kinder in den Hängen buddeln. Wenn ein richtiger Gewitterregen kommt, spült es in den ausgetretenen Pfaden und aus den Löchern den Mutterboden von den Hängen in den Sand am Strand. Das ist schade.

Mit Jürgen Berndt

sprach Mandy Decker