Eine Kirchgemeinde während der Corona-Pandemie zu führen, ist völlig anders als zu normalen Zeiten. Das erlebt gerade auch der Pastor des Charismatischen Zentrums Hoyerswerda, Michael Tschapek.

Aufgrund der staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen entfallen die gemeinsamen Samstagabend-Gottesdienste und der feierliche Ostergottesdienst am Rodelberg im Freizeitkomplex Ost. Es gibt jetzt keine wöchentlichen Hauskreise für Jugendliche sowie Frauen, und die Gemeindeleitung tagt seltener. Sachverhalte werden oft telefonisch besprochen und auf digitalem Weg gelöst, sagt Pastor Tschapek. Der persönliche Kontakt zwischen Gemeindegliedern und Freunden des Charismatischen Zentrums sei fast bei null, weil niemand am Coronavirus erkranken will.

Hoyerswerdaer Pfingstgemeinde nutzt den geschützten Chatroom

Die Pfingstgemeinde hält nun über einen geschützten Chatroom Kontakt, den fast alle der etwa 60 regelmäßigen Gottesdienstbesucher nutzen. Wer Hilfe im Alltag braucht, teilt das im Chat mit. Dann wird eine den staatlichen Regeln konforme Lösung für das Problem gesucht.

Auch Gebetsanliegen kann jeder im Chatroom äußern und „mein Handy ist jetzt mehr denn je ein Seelsorgetelefon“, sagt der Geistliche. Die Mitglieder der Gemeindeleitung geben online jeden Tag abwechselnd einen geistigen Impuls.

Hoyerswerdaer Pastor predigt per Youtube-Kanal

Den Samstags-Gottesdienst hält der Pastor über den gemeindeeigenen Youtube-Kanal um 18.30 Uhr aus dem Kirchenraum. Um 18 Uhr können alle Teilnehmer zu Hause und dennoch gemeinsam beten. Damit auch dieses Jahr wieder an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern erinnert werden kann, bäckt die Familie des Pastors ein Abendmahlsbrot, zerteilt es und legt den Gemeindegliedern kleine Portionen vor die Türen.

Am Gründonnerstag findet online der Abendmahlsgottesdienst statt, und Samstag wird der Ostergottesdienst aus dem geschmückten Kirchenraum übertragen. So will Michael Tschapek die Gemeinde zusammengehalten, damit möglichst niemand vereinsamt.

Das langjährige Mitglied des Charismatischen Zentrums Heidi Jäger ist froh, dass sich die Gemeinde wenigstens noch online trifft. Sie hofft, die Wissenschaftler können schnell ein Medikament gegen das Coronavirus entwickeln, damit sich der Alltag normalisieren kann.