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Am Tage kracht es am meisten

Die Kreuzung Kolpingstraße (r.) und Alte Berliner Straße (vorne). Dort gibt es eine abknickende Vorfahrt, die nicht immer als solche wahrgenommen wird.
Die Kreuzung Kolpingstraße (r.) und Alte Berliner Straße (vorne). Dort gibt es eine abknickende Vorfahrt, die nicht immer als solche wahrgenommen wird. FOTO: S. Klein
Hoyerswerda. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Hoyerswerda leicht gestiegen. Zu Häufungen kam es auf der Umleitungsstrecke wegen der gesperrten Görlitzer Brücke. Anja Guhlan / ang1

In der Folge eines Verkehrsunfalls in Hoyerswerda ist im vergangenen Jahr ein Mensch getötet worden. 37 Personen wurden bei Unfällen schwer verletzt, 105 leicht. Diese Zahlen haben jetzt Vertreter der Polizei und der Stadt vorgestellt.

Demnach kracht es am häufigsten in Hoyerswerda am Tage. So ereigneten sich die meisten der insgesamt 1021 Verkehrsunfälle im Jahr 2016 (2015: 968 Unfälle) zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr.

Als häufigste Ursachen werden Wildwechsel (71 Unfälle in 2016), Vorfahrtfehler (61 Unfälle), Kollisionen bei Wendemanövern oder beim Rückwärtsfahren (41 Unfälle) sowie mangelnder Abstand (39 Unfälle) durch den ersten Polizeihauptkommissar Peter Reginka, Leiter des Reviers in Hoyerswerda, genannt. Etwas weniger als die Hälfte sind reine Bagatellunfälle: So ereigneten sich 456 Unfälle allein auf Parkplätzen.

Diese Zahlen sind jedes Jahr eine wichtige Grundlage zur Analyse der Stellen in der Stadt, an denen es oft kracht. Die Unfallkommission hat für das Jahr 2016 vermehrt Unfallschwerpunkte durch die Umleitungsstrecke wegen der gesperrten Görlitzer Brücke ausgemacht. Durch die Sperrung dieses Bereiches, der täglich von rund 20 000 Fahrzeugen passiert wird, wurde die Umleitungsstrecke gut genutzt, wobei es dort vermehrt zu Kollisionen kam.

"Der absolute Ausreißer wegen der Umleitungsstrecke ist der Knotenpunkt Bautzener Allee/Einsteinstraße, wo sich insgesamt 17 Verkehrsunfälle ereigneten", nennt Götz Gleiche, Fachgebietsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung im Bürgeramt der Stadt, die Fakten. Im Jahr 2017 wird jedoch durch die Öffnung der Görlitzer Brücke wieder mit einem Rückgang gerechnet.

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle unter anderem am Cottbuser Tor ist eine Auswirkung der Bauarbeiten an der Görlitzer Brücke und wird wieder abnehmen. Dennoch werden diese Knotenpunkte genauer beobachtet.

Vermehrt viele Auffahrunfälle hat es in 2016 an der Kreuzung in Richtung Wittichenau gegeben. Bei fünf von neun Zusammenstößen ist ein Fahrzeug auf ein anderes aufgefahren, was auf den Kolonnenverkehr aus Dresden zurückzuführen ist. Bekannte Unfallschwerpunkte wie die Kreuzung Heinestraße/Steinstraße oder Bautzener Allee/Busbahnhof haben sich konstant in den Unfallzahlen gehalten. Hier will die Verkehrsbehörde der Stadt weiter dran bleiben und durch diverse Maßnahmen die Situation weiter versuchen zu verbessern.

"Auch holen die Unfallschwerpunkte in der Altstadt auf", sagt Götz Gleiche. Fünf wurden ausgemacht. Genannt sei hier der Bereich Kolpingstraße/ Alte Berliner Straße. Die abbiegende Hauptstraße, die auch Haupttrasse des öffentlichen Nahverkehrs ist, entpuppt sich seit Neuestem als Unfallschwerpunkt. Fünf Mal kollidierten an dieser Stelle im Jahr 2016 Fahrzeuge. Darunter gab es einen Unfall, bei dem ein Mensch schwer verletzt wurde.

Die Verkehrsbehörde der Stadt will jetzt die Markierung der abbiegenden Hauptstraße mit einer Randmarkierung besser ausweisen. "Es ist ein Versuch, die Situation zu entschärfen", erklärt Götz Gleiche das Vorhaben.

An der Unfallstelle in der Maria-Grollmuß-Straße am Klinikum, an der es im Jahr 2016 einen Verkehrstoten gab, hat die Behörde inzwischen die Beleuchtungssituation geändert. "Lichtfarbe und Helligkeit wurden verbessert, sodass Autofahrer jetzt eine bessere Sicht auf Fußgänger haben", sagt Götz Gleiche. Für die Zukunft ist an dieser Stelle eine Fußgängerampel im Gespräch.

In die Betrachtungen der Unfallkommission ging für das Jahr 2016 auch die Bundesstraße 97 mit ein. Obwohl es dort zu keiner Unfallhäufung gekommen ist, hat man sie sich genauer angesehen, da sich auf einem Abschnitt von 600 Metern drei Unfälle innerhalb von drei Jahren ereigneten. Als Schlussfolgerung wurden jedoch keine Maßnahmen ergriffen, da kein Handlungsbedarf gesehen wird. "An dieser Stelle eine Unfallzahl von Null zu erreichen, ist schlichtweg sehr unwahrscheinlich", so Götz Gleiche. Bei vielen Kollisionen auf der B 97 sei einfach kein Schema erkennbar.