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Am Scheibe-See soll es vorangehen

Direkt am Stadtrand von Hoyerswerda gelegen, soll der Scheibe-See zum künftigen Haussee der Stadt werden.
Direkt am Stadtrand von Hoyerswerda gelegen, soll der Scheibe-See zum künftigen Haussee der Stadt werden. FOTO: Stadt Hoyerswerda/Menzel
Hoyerswerda. Die Stadt Hoyerswerda will in den nächsten beiden Jahren bei der Entwicklung des Scheibe-Sees entscheidend vorankommen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Zufahrtswegen, medientechnischer Erschließung für Strom und Wasser und der Schaffung eines Strandbereiches. Catrin Würz

Vor fast genau einem Jahr haben die drei Anliegergemeinden Hoyerswerda, Lohsa und Spreetal den Masterplan für die Entwicklung des Scheibe-Sees bis zum Jahr 2025 abgesegnet. Die drei Kommunen wollen gemeinsam den Tagebaurestsee als Areal für die Naherholung und als attaktiven Anziehungspunkt gestalten.

Seitdem sind die Dinge zwar etwas ins Laufen gekommen, doch die Planungen und Abstimmungen mit den Bergbausanierern und Landesbehörden brauchen mehr Zeit als man wohl gedacht hatte.

So war ein erster Antrag der Stadt Hoyerswerda zur Nutzung des Scheibe-Sees als Badegewässer im Mai dieses Jahres noch gescheitert. Zu groß war die Liste der Auflagen und Anforderungen, die es aus gesetzlicher Perspektive für einen öffentlichen Badebetrieb noch zu erfüllen gilt.

Doch inzwischen gibt es nun Konkreteres: Voraussichtlich im Jahr 2018 wird die LMBV den Strandbereich am Westufer des Scheibe-Sees mit Treppenanlage, Strandweg, kleinem Steg und barrierefreiem Zugang herstellen. Das erklärte der Hoyerswerdaer Bau-Fachbereichsleiter Dietmar Wolf. Finanziert werden sollen die rund 120 000 Euro teuren Bauarbeiten mit Hilfe von Paragraf 4-Gelder aus dem Braunkohle-Verwaltungsabkommen.

Der kleine Schilfgürtel, der sich auf dem als Strand geplanten Westufer-Areal inzwischen gebildet hat, wird dafür wieder weichen müssen. Das ist allerdings nicht so einfach, sagt Amtsleiter Dietmar Wolf. Die Fläche gilt inzwischen als ökologisch bedeutsam. Die Bauverwaltung sei deshalb auf die Suche nach einer Ausgleichsfläche gegangen und hat diese auch gefunden: Am Südufer des Sees soll nun eine ursprünglich für Freizeit und Erholung ausgewiesene Sonderbaufläche als Natur- und Landschaftsareal ausgewiesen werden. An diesem bereits aufgeforsteten Areal kann ein geschütztes Biotop mit einem geschlossenen Schilfgürtel in Ruhe wachsen. Eine entsprechende Änderung im Flächennutzungsplan der Stadt ist bereits auf den Weg gebracht.

Sehr wichtig für alle künftigen Projekte am See sind Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Abwasser, die an den See geführt werden müssen. Dazu gibt es Vereinbarungen mit den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda (VBH). Der Leitungsbau wird maßgeblich im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Radweges entlang der Kühnichter Straße und nördlich der S 108 erfolgen. Mit diesen Wegen erfolgt dann endlich der Lückenschluss für den Radverkehr zwischen Stadt und Scheibe-See. Für diese neuen Zufahrtswege zum See gibt es auch bereits Finanzierungszusagen vom Landesamt für Straßenbau. Beides wird mehr oder weniger parallel zum Bau der B 96-Ostumfahrung ebenfalls 2017/18 realisiert.

Weitere Projekte am Westufer sollen nach der Heranführung der Medien ihren Lauf nehmen. Im Masterplan sind zum Beispiel ein Campingplatz, eine Toilettenanlage, ein Forstgarten mit Event-Scheune und Hofladen sowie eine Landmarke mit Kletterturm und Themenspielplatz am Südwestufer.vorgesehen.