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Hoyerswerda
Als Frosch hat die Karnevalskarriere begonnen

Sabrina Najm-Mousali unter den Mädchen der Funkengarde.
Sabrina Najm-Mousali unter den Mädchen der Funkengarde. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Sabrina Najm-Mousali ist eine der Hoyerswerdaer Narren. Ihre Verbindung zum HKC riss nie ab. Von Katrin Demczenko

Nach der Saison ist vor der Saison. Das gilt etwa im Tourismus ebenso wie beim Karneval. An Ideen wird sozusagen immer getüftelt, hinter den Kulissen für die Ausstattung der Programme und die Kostüme gearbeitet. Und natürlich wird geprobt. 
Sabrina Najm­-Mousali kennt das von Kindheit an. Sie ist im Hoyerswerdaer Karneval Club (HKC) seit Jahrzehnten aktiv. Mit fünf Jahren, das war noch zur DDR-Zeit, trat sie erstmals bei einer Veranstaltung auf – verkleidet als Frosch. Mit der HKC-Gründung 1997 begann das faschingsbegeisterte Mädchen in der Funkengarde zu tanzen und heute tritt sie mit der Erwachsenentanzgruppe des Vereins auf, den sie auch leitet.

In den vergangenen  Jahren ist im Leben von Sabrina Najm-Mousali vieles passiert, das nicht in Hoyerswerda stattfand und doch Bezug zu ihrer HKC-Mitgliedschaft hat. 2002 begann sie nach dem Abitur ein Studium in Konstanz am Bodensee, fand dort danach Arbeit und gründete mit einem Syrer eine Familie.
Wer nun glaubt, die junge Frau hätte an ihrem neuen Wohnort die schwäbisch-alemannische Fasnacht für sich entdeckt und wäre einem einschlägigen Verein beigetreten, der irrt. Sabrina Najm-Mousali blieb während dieser Jahre HKC-Mitglied und stand lieber jeden Februar in Hoyerswerda mit auf der Bühne. Das galt ab 2011 ebenso für ihre Tochter Alya, die nach nur wenigen Trainings mit den anderen Kindern aufgetreten ist. Die Verbindung zum HKC hielt Sabrina Najm-Mousali auch, weil ihre Eltern den Verein mitgegründet haben und immer noch führen.

2014 kam sie alleinerziehend mit zwei Töchtern wieder nach Hoy­erswerda, suchte natürlich zuerst eine  Arbeit und eine Wohnung. Beides fand die jetzt 36-Jährige und heute ist sie Köchin im Imbiss einer Fleischerei. „Ich habe ein Hobby zum Beruf gemacht“, erklärt sie glücklich – und davon profitiert auch der HKC. Sabrina Najm-Mousali bekocht die circa 50 Vereinsmitglieder jährlich bei internen Feiern.
Eine besondere Herausforderung war für sie das Kochen des Drei-Gänge-Menüs für 90 Gäste des ersten Krimidinners des Vereins im Januar 2017. Wenn so viele Menschen zu bewirten, Tische ansprechend zu decken und Essen zu servieren ist, helfen natürlich HKC-Mitglieder, erzählt sie. „Nur so konnte dieser Abend gelingen.“

Als Mutter freut es Sabrina Najm­-Mousali, dass Lina, ihre Jüngste, in dieser Session erstmals mit der Kinderfunkengarde aufgetreten ist. Die zwölfjährige Alya gehört zur Funkengarde. Sabrina Najm-Mousali ist auch Ansprechpartnerin für alle Mitglieder der Kinderfunken- sowie Funkengarde und hält Kontakt zu deren Eltern. Dazu gehört, per Whats-App Informationen über Auftrittstermine und Kostüme weiterzugeben, die jeweils gebraucht werden.
Für die Einhaltung des Jugendschutzes bei Veranstaltungen ist sie zuständig und an der Organisation der Vereins-Trainingslager in den Herbstferien beteiligt. Einmal pro Woche und im viertägigen Probenlager übt Sabrina Najm­-Mousali mit der Erwachsenentanzgruppe die bekannten Tänze und jährlich zwei neue Choreografien. Diese denkt sie sich – passend zum jeweiligen Sessionsmotto – selbst aus. Ihr ist die Förderung des Teamgeistes zwischen allen HKC-Mitgliedern wichtig, ohne den die Durchführung der Faschingsveranstaltungen für Kinder sowie Erwachsene und alle Auftritte außerhalb der Session nicht möglich sind.