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| 02:42 Uhr

Als Freiwillige im Sozialen Jahr

Die 17-jährige Annika Wentland aus Hoyerswerda verbringt als FSJ jetzt das Schuljahr an der Grundschule Lindenschule.
Die 17-jährige Annika Wentland aus Hoyerswerda verbringt als FSJ jetzt das Schuljahr an der Grundschule Lindenschule. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Kinder bilden und erziehen ist eine anspruchsvolle und schöne Aufgabe. Um näher in dieses Berufsfeld hineinzuschnuppern, ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) eine gute Möglichkeit. Katrin Demczenko / dcz1

Da die 17-jährige Annika Wentland aus Hoyerswerda nach ihrem Realschulabschluss noch keine Idee für eine Berufsausbildung hatte, bewarb sie sich bei der Stadt Hoyerswerda um eine FSJ-Stelle. Sie verbringt jetzt das Schuljahr 2016/17 an der Grundschule Lindenschule und hilft bei der Durchführung des Sport-, Kunst- und DaZ-Unterrichtes (Deutsch als Zweitsprache). So arbeitet das junge Mädchen mit Schülern aus Regelklassen und mit Flüchtlingskindern, die ohne Deutschkenntnisse an die Bildungseinrichtung kommen.

Der DaZ-Unterricht findet in kleinen Gruppen statt, erzählte Annika Wentland, die dem ausgebildeten DaZ-Lehrer hilft, Kindern aus Syrien, Tschetschenien oder Afghanistan anhand von Bildern, Liedern und Spielen die deutsche Sprache mündlich und schriftlich beizubringen. "Dabei sind viel Geduld und Wiederholungen nötig", hat das Mädchen bisher erfahren. Mit Bashar aus Syrien habe sie ergänzend zum DaZ-Unterricht Lesen geübt. "Jetzt kann er es ganz gut", freut sich Annika Wentland.

Die Leiterin der Grundschule Birgit Flach ist froh, jedes Jahr einen FSJ-ler an ihrer Einrichtung zu haben, denn nur zusätzliche Kräfte haben im Schulalltag Zeit für Sonderförderungen. Die Flüchtlingskinder sollen im DaZ-Unterricht so gut Deutsch lernen, dass sie schrittweise den Übergang in eine Regelklasse schaffen, erklärte Birgit Flach.

Annika Wentland findet es besonders spannend, wenn sie im Unterricht Schüler beim Lösen von Aufgaben und dem Einprägen von Sachverhalten beobachten kann. Jedes Kind handelt individuell und setzt seine Stärken ein, erklärte das Mädchen. Ein guter Pädagoge müsse die Arbeitsweise des Schülers beachten, wenn er ihm Hinweise gibt, hat sie von Lehrern erfahren. Generell sei wichtig, die Kinder ernst zu nehmen und sie fair sowie gerecht zu behandeln. Das stellt sich aber beim Schlichten kleiner Streitigkeiten in der Pause oder beim Wandertag manchmal als etwas schwierig heraus, denn: "Nicht alle Kinder sind leicht zu nehmen", so die FSJ-lerin.

Immer kann Annika Wentland, die schon längere Zeit einen Beruf mit Kindern anvisiert, Probleme mit den Lehrerinnen besprechen und von ihren Erfahrungen profitieren. Das junge Mädchen fühlt sich ernst genommen und erlebt den Beruf des Pädagogen jetzt aus einer anderen Perspektive. "Die viele Arbeit außerhalb des Klassenzimmers sehen Schüler nicht", erinnerte sie sich an ihre eigene Schulzeit.

Da die FSJ-lerin aber mit Grundschulkindern recht gut klar kommt, könnte sie sich mittlerweile vorstellen, diese Altersgruppe zu unterrichten. Auch wenn sie weiß, dass sie vorher noch das Abitur ablegen und ein Studium bewältigen muss.