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| 14:46 Uhr

Hoyerswerda
Alle hoffen auf neue Mitstreiter

Anna Karbsen (16) und Gerrit Günther (8) sind Mitglieder beim Badminton-Verein Hoyerswerda und zeigen einige Spielübungen. Der Verein, der in der Sporthalle des Johanneums seine Heimstatt hat, hat nach eigenen Angaben 80 Mitglieder, davon rund 50 Kinder und Jugendliche.
Anna Karbsen (16) und Gerrit Günther (8) sind Mitglieder beim Badminton-Verein Hoyerswerda und zeigen einige Spielübungen. Der Verein, der in der Sporthalle des Johanneums seine Heimstatt hat, hat nach eigenen Angaben 80 Mitglieder, davon rund 50 Kinder und Jugendliche. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda . Große Vereinsvielfalt zeigt sich beim 23. Markt der Möglichkeiten in Hoyerswerda. Dabei werben alle Vereine um neue Mitglieder. Von Anja Guhlan

Eintauchen in die Vereinsvielfalt von Hoyerswerda: Dies konnten Besucher am Samstag im Forum der Lausitzhalle zum 23. Markt der Möglichkeiten. Mehr als 30 Vereine, Verbände, Beiräte sowie Einrichtungen präsentierten sich an ihren jeweiligen aufgebauten Ständen. Angefangen bei den Aquarienfreunden bis hin zur Zoo-Schule. Jeder will ins Gespräch mit Besuchern kommen,  sich präsentieren und möglichst neue Mitglieder gewinnen.

Wer es sportlich mag, der ist vielleicht bei der Randsportart Badminton gut aufgehoben. Der BV Hoyerswerda 1960, der zum ersten Mal am Markt teilnimmt, möchte  gerne neue potenzielle Mitglieder  für diesen Sport mit Athletik, Koordination und Ausdauer gewinnen. Der Verein ist von der Mitgliederstruktur zwar vom Alter 6 bis 70 Jahre gut aufgestellt, aber gerade bei den Schulabgänger-Jahrgängen hinkt es. Also gibt Geschäftsführer Andreas Hansch mit den jungen Vereinsmitgliedern wie Anna Karbsen (16) und Gerrit Günther (8) sportliche aber auch informelle Einblicke. Unter anderem können Besucher direkt zum Federball und Schläger greifen und sich selbst ausprobieren – den Federball gezielt in einem Eimer verschwinden zu lassen. „Die Präsentation heute beim Markt ist ein Ausprobieren“, meint Hansch.

Wer lieber ruhigeren Sport sucht, ist bei der Yin und Yang Schule in Hoyerswerda richtig, die Tai-Chi und Qi Gong seit dem Jahr 2001 praktizieren und auch bei der Volkshochschule diverse Kurse anbieten. Karl-Heinz Schreiber (63) als Mitglied und Trainer ist ebenso bemüht, neue Mitglieder zu finden. In Gesprächen, mit Feinmotorik-Spielen oder mit einer vorgezeigten Übungshaltung aus dem Qi Gong erklärt er den Besuchern,  das alles im Leben mit Anspannung und Entspannung zu tun hat. „Wir sind derzeit 30 Mitglieder. Davon sind die meisten über 50 Jahre alt. Das Faible  für langsame Bewegungen und Ausdauer kommt meist erst im Alter“, erzählt er.

Auch ganz kleine Vereine wie der „Aktion-Eine-Welt e.V.“ mit gerade mal acht Mitgliedern versuchen unter anderem neue Mitglieder zu gewinnen aber auch auf das Thema fairer Handel aufmerksam zu machen. So gibt es am Stand des Eine-Welt-Ladens nur fair gehandelte Produkte wie Schokolade, Tee, Kaffee oder Kunsthandwerk zu erwerben. Renate Ruynat (74) als Vorsitzende, die den Verein bereits ehrenamtlich seit 18 Jahren führt, wollte eigentlich schon längst aufhören, doch aktuell schöpft sie durch neue Mitglieder wie Christa Pohl (73) wieder Hoffnung.

Christine Pavelka von der Hoyerswerdaer Regionalgruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen (BSVS), die seit vielen Jahren am Markt teilnimmt, bemerkt Hindernisse beim Zugang zur Gruppe: „Unser Hauptproblem: Hemmschwellen. Viele getrauen sich nicht oder bringen nicht den Mut auf zu uns zu kommen.“ 30 Mitglieder hat die Regionalgruppe derzeit. Darunter auch Hannelore Frahm (78) als aktives Mitglied und Betroffene. „Ich fühle mich wohl in der Gruppe“, sagt sie. Sowohl Hilfe, Unterstützung als auch Gemeinschaft erfährt sie dort.

Das erklärte Ziel des Marktes,  dass   man an einem Fleck ins Gespräch mit potenziellen Mitgliedern  kommen kann, geht auf.    Regelmäßige Besucher des Marktes  wie Beate Blaszczcyk sind solche potenziellen Vereinsmitglieder, denn Mitglied in einem Verein ist die 54-Jährige nicht. Ihr Fazit nach dem Rundgang: „Mit dem Markt bin ich zufrieden. Ich konnte viele  Informationen sammeln. Vieles muss man jedoch auf sich wirken lassen.“ Der Besucher Oliver Bettels (19) gehört bereits dem Museumsverein „Gesellschaft für Heimatkunde“ an und schaut sich dennoch um. Gerne würde er noch einem Sportverein beitreten. „Ich habe auch noch einige für mich unbekannte Vereine entdeckt, aber Zeit für noch mehr Vereine habe ich leider nicht“, sagt der Student.