Der jährliche Welt-Aids-Tag erinnert daran, dass die unbehandelt tödliche, durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Kontakt mit kontaminiertem Blut übertragbare Krankheit noch nicht besiegt ist.

Der Jahresbericht 2018 zu HIV/Aids nach Zahlen der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen spricht von 120 Neudiagnosen. 2017 waren es 103 und im Spitzenjahr 2015 lag die Zahl bei 180. Wie das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz mitteilt, kennen laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts nur 78 Prozent der Infizierten in Sachsen ihre positive Diagnose. Das sind weniger als im Bundesdurchschnitt (87 Prozent) und damit noch weit vom WHO-Ziel (90 Prozent) entfernt.

Testergebnis schon nach 15 Minuten

Um HIV-Infizierte zu erreichen, die noch ohne gesundheitliche Symptome leben und deshalb keinen Test gemacht haben, fand gestern im Gesundheitsamt vom Landkreis Bautzen in Hoyerswerda eine besondere Aktion statt. Christian Willno, Berater der Aidshilfe Dresden, erklärte den Umgang mit dem neuen Aids-Selbsttest. „Ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe reicht und nach 15 Minuten steht das Ergebnis fest“, sagte er.

Der Test ist seit etwa einem Jahr in Drogerien oder im Internet erhältlich und kann zu Hause angewendet werden. In den vier Aids-Hilfen des Freistaates ist er kostenlos und anonym möglich. Wie die Hoyerswerdaer Beraterin Susanne Kirsch bestätigt, soll es in den Beratungsstellen des Gesundheitsamtes in Hoyerswerda, Kamenz und Bautzen weitere Aktionstage zu dem Selbsttest geben. Das Angebot sei anonym und kostenlos. Der normale HIV-Bluttest, der im Labor erfolgt, ebenso wie Tests für Syphilis, Chlamydien und Hepatitis sind überdies ganzjährig möglich.

Sich im Zweifel für den Aidstest und damit für das Wissen um eine als chronisch eingestufte Krankheit zu entscheiden, ist zwar nicht leicht. Letztendlich hilft die Gewissheit den Betroffenen aber. Je eher die Diagnose, desto eher kann die Therapie beginnen. „HIV-positiv getestete Personen bekommen lebenslang spezielle Medikamente, die ihnen ein recht normales Leben ermöglichen“, erklärt Christian Willno. Das Kondom ist weiter der Grundpfeiler der Vorsorge, um die Krankheit gar nicht erst zu bekommen.