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| 09:06 Uhr

Heftige Debatte in Lauta
Sporthallen-Pläne sorgen für Ärger

FOTO: Anja Guhlan
Die Stadt Lauta will Nutzer der Turnhalle in Laubusch in andere Häuser umlenken. Laubuscher Sportler wehren sich dagegen. Von Anja Guhlan

Wie soll die Zukunft der Laubuscher Turnhalle aussehen? Dieser Frage wollte die Stadtverwaltung Lauta in einer Variantenbetrachtung in der Stadtratssitzung im August nachgehen, so kündigte es Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) bereits im Sommer zumindest an. In der Stadtratssitzung am vergangenen Montagabend präsentierte Lehmann schließlich den Ideenvorschlag, wie die Stadt die derzeitigen Nutzer der Halle in andere Sporthallen im Stadtgebiet umlenken könnte. Lehmann führte auf, wie die derzeitige Auslastung der Turnhalle in Laubusch sich derzeit gestaltet. Demnach werden 28 Prozent des Belegungsplans vom Schulsport genutzt und zehn Prozent der Belegung fallen auf die Sport- und Freizeitvereine. Somit steht die Halle zu 62 Prozent leer. Auch die Turnhalle der Grundschule „Hans Coppi“ weist trotz Schulsport und Vereinsnutzung noch einen Leerstand von 61 Prozent auf. Die Halle am Gemeinwesenzentrum weist sogar einen Leerstand von 92 Prozent auf. Nach Lehmanns Ansicht ein schlagkräftiges Argument, die Hallen besser zu nutzen. Doch der Sportverein Laubusch wehrt sich. Bezeichnet diese Rechnung als „Milchmädchenrechnung“, da nur anhand von Zeiten gerechnet wurde. Ein Mitglied ist dermaßen wütend, dass er die Präsentation als „lächerlich“ bezeichnet und wütend den Sitzungssaal verlässt. Der Sportverein besitzt alleine fünf Jugendnachwuchsmannschaften, die allesamt vor 19 Uhr zwei Mal in der Woche trainieren müssen. Mitglieder des SV Laubusch sehen keine Chance darin, die anderen Hallen so zu nutzen, dass alle Nutzer zu ihren Trainingszeiten darin unterkommen könnten. Auch Stadtrat Karl-Heinz Löffler (Bürgerbewegung) kritisiert, dass nur die Zeiten und nicht die vorhandenen Personenanzahlen betrachtet wurden. Stadträtin Marlies Heinze (Freie Wähler) fällt auf, dass lediglich nur eine Variante von der Verwaltung betrachtet wurde. Nämlich die Nutzer der Turnhalle Laubusch umzulenken. Sie schlägt unter anderem vor, die Nutzer der Halle am Gemeinwesenzentrum stattdessen in die Turnhalle nach Laubusch umzulenken. Auch Stadtrat Martin Elter (CDU) kritisiert: „Wir schmeißen Millionen für die Sanierung der neuen Schule raus und für die Turnhalle in Laubusch haben wir noch nicht mal 15 000 Euro an Eigenmitteln übrig?“, fragt er frustriert in den Raum. Insgesamt wären rund 100 000 Euro nötig, um die Turnhalle in einen anständigen Zustand zu versetzen – großteils für neues Parkett. Durch eine Förderung müsse die Stadt nur einen Eigenanteil von etwa 15 000 Euro aufbringen. Erhard Petelka, der Vereinschef des SV Laubusch, erinnerte die Räte auch nochmal daran, dass der Verein der Stadt den Vorschlag unterbreitet hat, sich mit 5 000 Euro zu beteiligen. Laubuschs Ortsvorsteher und Stadtrat Günter Schmidt (Bürgerbewegung) ist enttäuscht. Er plädiert weiterhin für eine Nutzung der Turnhalle in Laubusch. „Von was sollen sich die Laubuscher denn noch alles trennen?“, fragt er nach.

Bürgermeister Lehmann kann die Aufregung nicht verstehen. Die Stadt habe alle Ortsteile gleichermaßen im Blick. Laubusch habe in der Vergangenheit auch ein neues Feuerwehrgerätehaus und die Kita erhalten. Auch die künftige Schule wird auf den Ort positiv wirken. Karl-Heinz Löffler ist skeptisch, ob die künftige Schule zu dem geplanten Fertigstellungszeitraum tatsächlich genutzt werden kann. Daher plädiert auch er für eine weitere Nutzung der Turnhalle für mindestens fünf bis zehn Jahre. Stadtrat Lothar Kusche (Freie Wähler) erinnert, dass der Stadtrat in fünf oder zehn Jahren vor der gleichen Fragestellung stehen wird. Er möchte das Problem lieber langfristig lösen.

Am Ende der Diskussion ist der politische Wille für den Erhalt der Laubuscher Turnhalle eindeutig. Bürgermeister Lehmann wird sich dem Willen fügen, betont jedoch, dass „jeder Euro nur einmal angefasst werden kann“. Das Thema soll nun mit in die bevorstehende Haushaltsberatung einfließen.