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| 18:54 Uhr

Autos versus Radfahrer
Ärger um Poller am Partwitzer See

 Mal oben, mal unten: Offenbar ist nicht festgelegt, wann ein Poller hoch- oder runtergefahren zu sein hat.
Mal oben, mal unten: Offenbar ist nicht festgelegt, wann ein Poller hoch- oder runtergefahren zu sein hat. FOTO: LR / privat
Elsterheide. Immer wieder sind die Poller, die die Autofahrer vom Radweg am Partwitzer See fernhalten sollen, unten. Wer dahinter steckt, ist wohl nicht nachvollziehbar. Die Gemeinde Elsterheide ist ratlos. Von Rita Seyfert

Poller-Alarm am Partwitzer See! Eigentlich sollen die rot-weißen Pfosten die Autofahrer vom Radweg fernhalten. Das tun sie aber nicht. Stattdessen schlummern die runden Pfähle im Baken-Design wie von unsichtbarer Hand im Boden versenkt.

Ein wenig fühlen sich die Mitarbeiter vom Bauamt der Gemeinde Elsterheide wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ob der Poller westlich vom Reiterhof Klein Partwitz oder circa 700 Meter nördlich vom Schwimmenden Haus Richtung Sedlitzer See, stets bietet sich das gleiche Schauspiel. Morgens sind die Poller oben, und abends wieder unten. Bauamt-Mitarbeiter Matthias Müller: „Unsere Poller werden permanent von Unbefugten geöffnet“, sagt er. Wer dahinter steckt, sei nicht nachvollziehbar.

 Mal oben, mal unten: Bei den Pollern am Partwitzer See ist offenbar nicht festgelegt, wann sie hoch- oder runtergefahren zu sein haben. 	 Fotos: privat
Mal oben, mal unten: Bei den Pollern am Partwitzer See ist offenbar nicht festgelegt, wann sie hoch- oder runtergefahren zu sein haben. Fotos: privat FOTO: LR / privat

Wirrwarr um Zuständigkeiten am Partwitzer See

„Wir können die Schranken nur immer wieder vom Bauhof zuschließen lassen“, sagt er. Angesichts der wild parkenden Pkw und Camper, die dort teils auch ihren Müll hinterlassen, sind der Gemeinde die Hände gebunden. Denn das Ordnungsamt ist nur auf öffentlichen Flächen zuständig. „Uns gehört nur der Radweg“, stellt Bauamtschef Müller klar.

Hausherr auf der Fläche zum See ist aber die LMBV. Wie Sprecher Dr. Uwe Steinhuber erklärt, liegen die Poller in unterschiedlichen Zuständigkeiten. Demnach dürfen neben den Mitarbeitern der LMBV auch beauftragte Firmen wie Pegelmesser, aber auch Nutzer mit gesonderten Freigaben die Poller zur Ein- und Ausfahrt bewegen.

Problem um Poller nicht neu

Auch die Seeschlange von IBA-Tours gehöre dazu. Der touristische Leistungsanbieter wurde in seinem Nutzungsvertrag belehrt, die Poller nach jeder Durchfahrt zu schließen, und laut LMBV komme er dieser Weisung „vorbildlich“ nach.

Alle anderen schwarzen Schafe belehren die LMBV-Mitarbeiter regelmäßig und verweisen diese Zuwiderhandelnden aus den gesperrten Bereichen. Eine nachhaltige Wirkung zeigten diese Maßnahmen bislang aber nicht.

Offenbar ist das Problem nicht neu. Auch der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen beobachtet die Situation schon länger. Mitarbeiterin Nicole Urbanek: „Das Problem verfolgen wir seit Jahren.“ Inzwischen werden die ehemaligen Wirtschaftswege von Breitensportlern stark frequentiert. Ein gefährlicher Interessenkonflikt entstehe, sagt sie, wenn ortsfremde Autofahrer von ihren Navigationsgeräten über die versenkten Poller auf die Radwege geleitet werden. Bleibt zu hoffen, dass sich hier bald jemand verantwortlich fühlt.