| 02:42 Uhr

Ältester und jüngster Puhdy gemeinsam auf der Bühne

Ein besonderer Augenblick: Peter Meyer am Saxophon, sein Enkel Ludwig trommelt am Cajon und Musiker Frank Proft spielen gemeinsam einen Puhdys-Hit.
Ein besonderer Augenblick: Peter Meyer am Saxophon, sein Enkel Ludwig trommelt am Cajon und Musiker Frank Proft spielen gemeinsam einen Puhdys-Hit. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Auch, wenn die Band sich im vergangenen Jahr von der Bühne verabschiedet hat - die Musik der "Puhdys" lebt weiter. Das erlebten am Samstag im Irish Pub "Black Raven" in Hoyerswerda die begeisterten Besucher des Konzertes von Frank Proft. Katrin Demczenko/dcz1

Der Musiker, der aus der Zuse-Stadt stammt, hatte ganz besondere musikalische Gäste für seinen Auftritt mitgebracht - nämlich niemand Geringeres als den "Puhdy" Peter Meyer und dessen Enkel Ludwig.

Zunächst spielte Frank Proft, unterstützt von Sängerin Sandra Große, Stücke seiner aktuellen CD "Plan vom Glück" und Ostrock-Hits von Karat, City und eben von den Puhdys. Proft erzählte, dass er 1993 genau wegen dieser Musik seine eigene Band gegründet hatte und sich an seinen ersten Debütauftritt im "Black Raven" noch bis heute gut erinnern kann.

Am Kamenzer Hutberg war Frank Proft einmal Vorgruppe für die Puhdys gewesen, wusste Frank Großmann aus Elstra zu berichten. Er ist seit 1977 Puhdys-Fan und war so oft es ging bei Auftritten von Peter "Eingehängt" Meyer, Dieter "Maschine" Birr, Dieter "Quaster" Hertrampf, Peter "Bimbo" Rasym und Klaus Scharfschwerdt dabei. "Ihre Songs sind Lieder für Generationen", sagt Puhdys-Fan Frank Großmann. Er freute sich deshalb wie die anderen fast 80 Konzertgäste sehr, als Frank Proft dann Peter Meyer auf die Bühne holte. Meyer war 47 Jahre lang Keyboarder und Saxophonist der Puhdys. An viele tolle Konzerte in ost- und westeuropäischen Ländern sowie auf der legendären Waldbühne in Berlin kann sich der Musiker erinnern. Auf der Waldbühne hatte die Band 1999 ihr 30-jähriges Bandjubiläum mit sechs Schlagzeugern, allesamt Familienangehörige, gefeiert. Jetzt ist der 77-jährige Peter Meyer in der "Rockerrente" angekommen und gibt nun seinem zehnjährigen Enkel Ludwig sein Wissen weiter.

Dass der Junge nach noch nicht einmal zwei Jahren regelmäßigen Übens am Keyboard schon viele Puhdys-Titel auftrittsreif beherrscht, zeigte er am Samstag im "Black Raven". Bei den Songs "Wenn ein Mensch lebt" oder "Hey; wir wolln die Eisbären sehen" begleitete Ludwig die Sänger Frank Proft und Sandra Große schon fast so wie ein alter Hase. Peter Meyer sorgte im Hintergrund an den Reglern für den richtigen Sound und sang teilweise im Background mit. "An den Ufern der Nacht" war ein Höhepunkt des Konzertes, weil Peter Meyer Saxophon spielte und sein Enkel neben ihm am Cajon den Rhythmus vorgab. Somit waren der älteste und der jüngste Puhdy auf der Bühne vereint als Teil der Proft-Band. Alle gemeinsam verkörperten die Lebendigkeit der Puhdys-Musik und die immerwährende Gültigkeit ihrer Texte. Das Publikum sang nicht nur bei diesem Titel begeistert mit, es sorgte den ganzen Abend lang für Stimmung. Fast schon symbolisch begann Peter Meyer die ersten Takte der "Rockerrente" am Keyboard mit viel Freude selbst zu spielen und überließ es dann seinem Enkel, das Stück mit der Proft-Band zu beenden.

Andreas Alfonso Engler aus Hoyerswerda hört schon seit Jahren die Musik der Puhdys und jene von Frank Proft. Er ist froh, dass es Gruppen gibt, die die Ostrocktitel immer weiter im Gedächtnis der Menschen halten.