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Abschied von Horst-Dieter Brähmig

Im Andenken an Horst-Dieter Brähmig hatten politische Weggefährten, Verbände und Vereine Kränze gestiftet.
Im Andenken an Horst-Dieter Brähmig hatten politische Weggefährten, Verbände und Vereine Kränze gestiftet. FOTO: C. Würz
Hoyerswerda. Auf einer Trauerfeier in der Johanneskirche Hoyerswerda haben gestern mehr als 300 Menschen Abschied von Oberbürgermeister a.D. Horst-Dieter Brähmig genommen. Catrin Würz

Weggefährten und Freunde, frühere Amtskollegen und Mitarbeiter aus dem Rathaus, Stadträte, Mitstreiter seiner vielfältigen Ehrenämter und Bürger der Stadt haben ihm die letzte Ehre erwiesen und der Familie ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Horst-Dieter Brähmig, der von 1994 bis 2006 als Oberbürgermeister die Geschicke von Hoyerswerda in der schwierigen Nachwende-Krise lenkte, war vor einer Woche im Alter von 78 Jahren an seiner schweren Krebserkrankung gestorben.

Vor dem mit weißen Rosen geschmückten Sarg fand Superintendent i.R. Friedhart Vogel berührende und sehr persönliche Worte der Erinnerung. "Horst-Dieter Brähmig hat einmal bekannt, dass das Bürgermeisteramt für ihn auch so etwas wie die Erfüllung eines Kindheitstraumes war. Und genau das hat man gespürt, mit welcher Freude und Offenheit für die Menschen er dieses Amt ausgefüllt hat", sagte der Pfarrer, der mit Brähmig über Jahrzehnte in einer herzlichen, freundschaftlichen Weise verbunden war.

In seiner festlichen Ansprache beleuchtete Friedhart Vogel die wichtigen Stationen im Leben des Horst-Dieter Brähmig - von der behüteten, jedoch vom Krieg überschatteten Kindheit im bürgerlich-konservativen Elternhaus in Hoyerswerda über die Ausbildung zum Medizinisch-technischen Assistenten, das Fernstudium der Staats- und Rechtswissenschaften und ab 1969 in verschiedenen Ämtern der Kreisverwaltung im Bereich des Gesundheitswesens, der Energiewirtschaft, im Gewerbe- und Straßenverkehrsamt leitend tätig bis zur Übernahme des Bürgermeisteramtes. Denn im Jahr 1994 wählten die Hoyerswerdaer den damaligen Stadt-Fraktionsvorsitzenden der PDS zum neuen Stadtoberhaupt, das er bis zum Eintritt in den Ruhestand 2006 blieb. "Er hatte von Jugend an einen Willen, etwas zu bewegen, etwas zu verändern", würdigte der Superintendent.

Auch in seinem Ruhestand war Horst-Dieter Brähmig noch vielfältig ehrenamtlich engagiert. Als Vorsitzender des Konrad-Zuse-Forums konnte er vor wenigen Monaten noch die Eröffnung des neuen ZCOM Zuse-Computermuseums mit vornehmen - etwas, wofür er lange gekämpft und gewirkt hatte. Im September sollte Horst-Dieter Brähmig nicht zuletzt dafür die Konrad-Zuse-Plakette der Stadt Hoyerswerda verliehen bekommen. "Er hat es noch erfahren, und er hat sich darüber gefreut", so Friedhart Vogel.

2001 hatte Horst-Dieter Brähmig die allererste Konrad-Zuse-Plakette an den Software-Unternehmer und Sammler von Zuse-Gemälden Friedrich Genser überreicht. Genser, der bei Cuxhaven lebt, war gestern ebenfalls nach Hoyerswerda gekommen, um Abschied zu nehmen. Zu den Trauergästen gehörten aber auch Landrat Michael Harig, Oberbürgermeister Stefan Skora und Bürgermeister Thomas Delling sowie mit Wolfgang Schmitz und Petra Kockert auch zwei ehemalige Landräte.

Nach festlichem Orgelklang, Bläsermusik, gemeinsamem Gesang der Trauergäste und Aussegnung durch Superintendent Vogel wurde der Sarg Brähmigs unter Glockengeläut aus der Kirche getragen. Anschließend fand die Beerdigung auf dem Waldfriedhof auf den Wunsch der Familie im engen Kreis der Angehörigen und Freunde statt.