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| 14:02 Uhr

Abfallwirtschaft
Abfall ist im Landkreis Bautzen endlich in trockenen Tüchern

Am Ende war auch er zufrieden: HLD-Geschäftsführer Rainer Glausch (l.) bei der Vertragsunterzeichnung mit Landrat Michael Harig.
Am Ende war auch er zufrieden: HLD-Geschäftsführer Rainer Glausch (l.) bei der Vertragsunterzeichnung mit Landrat Michael Harig. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Die Verträge für die Müllentsorgung in den kommenden Jahren im Landkreis Bautzen sind unterzeichnet. Landrat und Unternehmen zeigen sich glücklich und zufrieden. Von Uwe Menschner

Was lange währt, wird gut. Am vergangenen Montag haben der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) und Vertreter der Neru GmbH & Co.KG, der Veolia Umweltservice Ost GmbH sowie der HLD GmbH die Verträge für die Abfallentsorgung im Landkreis Bautzen in den Jahren 2019 bis 2024 unterzeichnet. Demnach übernimmt die Neru die Sammlung und den Transport von Rest-, Bio- und Sperrmüll sowie Elektroschrott im Entsorgungsgebiet West (Gebiete Kamenz, Bischofswerda und Radeberg).

Die Veolia hat den Zuschlag für das Entsorgungsgebiet Ost  (Gebiete Bautzen und Hoyerswerda) bekommen. Die HLD GmbH wird, ebenso wie die OLE GmbH Hochkirch und die Firma Ritscher aus Puschwitz, als Subunternehmer an der Entsorgung beteiligt. Dabei hatte die ursprüngliche Vergabeentscheidung des Kreistags noch anders ausgesehen. Demnach hätte die HLD das Gebiet Ost als Hauptauftragnehmer bearbeiten sollen. Dagegen hatte die Veolia Widerspruch bei der Vergabekammer der Landesdirektion Dresden eingelegt. Mit Erfolg: Mit Beschluss vom 3. September erteilte der Technische Ausschuss des Kreistages ihr den Zuschlag.

Dass HLD-Geschäftsführer Rainer Glausch und seine Veolia-Kollegin Anke Knebel nun dennoch einträchtig am Tisch des Landrates beieinander saßen, stellt keinen Widerspruch dar. „Eine solche Vergabe ist komplex und rechtlich höchst anspruchsvoll“, so Landrat Michael Harig. „Jedes Unternehmen steht seinen Mitarbeitern und Anteilseignern gegenüber in der Verantwortung, Aufträge zu generieren. Dazu gehört es auch, Vergabeentscheidungen anzuzweifeln.“ Darüber hinaus zeigte sich der Landrat hoch zufrieden mit dem Ergebnis der Ausschreibung: „Ich freue mich sehr darüber, dass die bewährten und schon seit vielen Jahren im Landkreis Bautzen tätigen Unternehmen erneut den Zuschlag erhalten konnten.“ Denn gerade bei der Abfallentsorgung spielten die Ortskenntnis und möglichst kurze Transportwege eine wichtige Rolle. „Einige Weichen konnten wir durch Vergabekriterien stellen, aber nicht alle. So hatten wir vorgegeben, dass ein Wirtschaftshof im Entsorgungsgebiet vorhanden sein muss.“ In diesem Zusammenhang äußerte der Landrat Zweifel, ob eine europaweite Ausschreibung tatsächlich sinnvoll sei.

Die Unternehmensvertreter kündigten Investitionen in Gebäude und Technik an. So will Neru laut Geschäftsführer Lutz Siewek den Betriebshof in Radeberg erneuern und in Kamenz eine neue Halle errichten. Außerdem wolle man Fahrzeuge anschaffen, die der Euro 6-Norm entsprechen. Auch Veolia will nach Angaben von Anke Knebel „ökologisch investieren, wie in der Ausschreibung gefordert“. Und für Rainer Glausch ist es wichtig, „dass wir im zusammengewachsenen Landkreis Bautzen weiter unserer Tätigkeit nachgehen können“. Auch HLD will in neue Technik investieren.

Den Landkreis Bautzen kostet die Entsorgung ab 2019 jährlich circa 4,5 Millionen Euro und damit 800 000 Euro mehr als bislang. Die Gebühren für die Bürger sollen jedoch zunächst nicht steigen, da entsprechende Rück­lagen vorhanden sind.