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| 01:04 Uhr

Abenteuer im heimischen Wald

Kamenz.. Isabell klammert sich fest an das Seil. Die Augen sind verbunden, sie muss sich auf das verlassen, was ihre Füße ertasten. Der Untergrund ist holprig, und so kommt das Mädchen nur zögernd, Stück für Stück, voran. Uwe Menschner

Die Schülerin der Mittelschule Oßling gehört zu den Ersten, die das neue erlebnispädagogische Projekt „Erlebnis Wald“ des Museums der Westlausitz testen können.
An das Seil hat Museumspädagoge Hauke Schiek einige Gegenstände geknüpft: Eine Gießkanne, eine Schere, einen Karabinerhaken. „Insgesamt sind es 14 Geräte. Jeder Teilnehmer muss sich für eines entscheiden, das er mit nach unten nimmt“ , erläutert er. Nur sechs Gegenstände werden am Ende einen Zweck erfüllen, wenn es darum geht, den in der Mitte eines Sees versteckten Schatz zu heben.
Als die Neuntklässler aus Oßling erstmals von dem Projekt hörten, waren sie skeptisch: „Das ist doch etwas für den Kindergarten, haben wir gedacht“ , meint Franziska. Der erste Tag schien diese Vorurteile zu bestätigen. „Da haben wir echt kindische Spiele gemacht.“ Doch jetzt, am zweiten Projekttag, sind sie schon mit viel mehr Eifer dabei, denn: „Heute macht es wirklich Spaß.“
Für Hauke Schiek geht es darum herauszufinden, was bei den Schülern gut ankommt und was nicht. „In diesem Alter ist es nicht mehr so einfach, die Jugendlichen für eine Sache zu begeistern“ , weiß der Museumspädagoge. Um so mehr freut er sich, dass jetzt alle Mitglieder der Gruppe mitziehen. „Das Abenteuerliche ist es, was die Schüler begeistert“ , hat Schiek herausgefunden, „sie wollen etwas erleben.“ Ganz „nebenbei“ wird bei den einzelnen Erkundungsspielen der Teamgeist der Jungen und Mädchen geschult. So zum Beispiel, wenn es darum geht, das „Spinnennetz“ zu durchqueren, ohne einen der Fäden zu berühren: Der Mitspieler, der gerade an der Reihe ist, macht sich steif wie ein Brett und wird von seinen Kameraden vorsichtig durch das Netz gehoben.
Schauplatz des Ganzen ist das Areal am Vogelsberg im Westen von Kamenz. Hier gibt es ein ausgedehntes, dichtes Waldgebiet, das von ehemaligen Steinbrüchen durchzogen ist. Ein optimales Terrain für erlebnispädagogische Projekte - früher hätte man sie als „Geländespiel“ bezeichnet - die sich um das Thema „Wald“ drehen. „Wir bieten das Projekt für Oberstufenklassen aller Schularten an“ , so Hauke Schiek. Interessierte Schulen können sich im Museum der Westlausitz melden.