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| 16:47 Uhr

Lohsa
Dreieinhalb Grad sorgen für beste Durchblutung

Abbaden bei 3,5 Grad Celsius: Etwa 30 Mutige stürzten sich in die kalten Fluten des Dreiweiberner Sees.
Abbaden bei 3,5 Grad Celsius: Etwa 30 Mutige stürzten sich in die kalten Fluten des Dreiweiberner Sees. FOTO: Anja Hummel / LR
Weißkollm. Der Schwimmsportverein Hoyerswerda hat zum traditionellen Abbaden im Dreiweiberner See eingeladen. Von Anja Hummel

Stolz reckt Frank-Dieter Noack Urkunde und Glühweintasse in die Höhe. Auf dem Kopf hat er eine Weihnachtsmannmütze, über seinen Schultern trägt er ein dünnes Handtuch, darunter nichts – bis auf eine kleine bunte Badehose. Sein Körper ist bestens durchblutet. Denn der 60-Jährige kommt gerade aus „Dreiweibern“, wie die Badefreunde scherzend und mit gewisser Doppeldeutigkeit zu sagen pflegen.

An dem See in Weißkollm war es wieder soweit: Der Schwimmsportverein Hoyerswerda (SSV)  rund um den Vorsitzenden Jan Frobart hat zum traditionellen Abbaden eingeladen. Gut 30 mutige Wellenhüpfer trauten sich zumeist kostümiert in das dreieinhalb Grad Celsius kühle Nass. „Natürlich ist es anfangs eine Frage der Überwindung“, erzählt Frank-Dieter Noack, der einmal komplett untergetaucht ist. Von einem unangenehmen Zwicken und Zwacken spricht er, aber der Tradition wegen ist er nicht zum ersten Mal dabei. „Und man macht noch was für seine Gesundheit“, fügt der Lautaer an.

Dabei weiß Jan Frobart vom SSV von ganz anderen Umständen zu berichten: „Wir hatten auch schon Minus zehn Grad und eine Eisschicht auf dem Wasser.“ Vor neun Jahren fand das mittlerweile traditionelle Abbaden zum ersten Mal statt. Damals noch am Knappensee. Mit dabei waren 2008 auch schon Sophie Kochta und Fiona Glatter. Die beiden Mädels sind in diesem Jahr mit Teufelsschwänzchen und -hörnern in das kalte Wasser gehüpft. „Und jetzt? Auf in den Knappensee?“, witzelt die 18-jährige Sophie, während sie sich rasch ein Jäckchen überwirft. Jetzt muss etwas Warmes her. Die Glühwein-Rufe werden laut. Dass dieses Heißgetränk überhaupt vorrätig ist, dafür hat SSV-Chef Jan Frobart gesorgt. Das Angebot wird gerne angenommen. Beim „Wieder-Aufwärmen“ wird geplaudert. „Und, wann ist Anbaden? Am 3. Januar?“, fragt ein Neugieriger in die Runde. „Das kannste aber knicken“, ruft Frobart fröstelnd zurück. Für die SSV-Freunde geht es stattdessen erst im Juni wieder offiziell ins (dann nicht mehr kühle) Nass. Zu einer Jahreszeit also, in der auch „normale Leute“ anbaden.

Frank-Dieter Noack (60) aus Lauta hat erfolgreich beim Abbaden im Dreiweiberner See teilgenommen. Dafür gab's Urkunde und Glühweintasse.
Frank-Dieter Noack (60) aus Lauta hat erfolgreich beim Abbaden im Dreiweiberner See teilgenommen. Dafür gab's Urkunde und Glühweintasse. FOTO: Anja Hummel / LR
Abbaden 2017 am Dreiweiberner See: Nicht nur mutige Badefreunde waren dort, auch jede Menge Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen.
Abbaden 2017 am Dreiweiberner See: Nicht nur mutige Badefreunde waren dort, auch jede Menge Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen. FOTO: Anja Hummel / LR