Das Ganze nennt sich „All up, last down“ (Alle zugleich hoch, der Letzte wieder runter) und ist eine Disziplin der Internationalen Deutschen Modellflugmeisterschaft der Klasse F3K. Die richtet der Modellflugsportclub der TU Dresden ab heute das ganze Wochenende auf dem Flugplatz Nardt bei Hoyerswerda aus – und die definiert Modellflugsport für den Laien völlig neu. Nix da mit von knatternden Benzinern getriebenen Nachbauten „echter“ Vorbilder: Hier werden Hightec-Leichtbaumodelle nur von Hand bewegt – und das ist, wie man schon der anfänglichen Schilderung entnehmen kann, Sport, der auch körperlich richtig anstrengend sein kann.

Aber Franz Demmler, der Organisations-Chef der Meisterschaft, weiß noch Erstaunlicheres zu berichten – von der Disziplin 5 x 2. Da geht es darum, den Flieger fünf Mal hintereinander zwei Minuten in der Luft zu behalten. Sprich: Wurf, so kalkuliert, dass der Vogel möglichst bei 1:59 Minuten wieder in Griffweite ist; das Gerät packen, beschleunigen und wieder auf die Himmelsreise schicken. Insgesamt fünf Mal, und wer die Zeiten am exaktesten trifft, hat die Runde gewonnen. Den andern wird, je nach Rückstand, prozentual etwas von den 1 000 Grundstock-Punkten abgezogen, und am Ende hat man zwölf Finalisten, die in einer Endrunde, in der alles noch einmal ganz von vorn beginnt, ihren Champion küren.

Favoriten unter den 120 Teilnehmern von vier Kontinenten sind der Neuseeländer Joe Wurts, aber auch der Nürnberger Ralph Mittelbach, in den letzten zehn Jahren achtfacher Sieger der Euro-Liga: „Der kann einen Klo-Deckel hochschmeißen – der segelt ihm auch. Manche haben dieses Talent“, schwärmt Demmler, der lebhaft für diese drei Flugtage wirbt – und für das Begleit-Konzert der TU-Dresden-BigBand. Besonders schön daran: Alles ist gratis!

Boeing-Piloten starten

Übrigens, wer die Modeller belächelt: „Im Teilnehmerfeld sind richtige Flugkapitäne, etwa großer Boeings, „überrepräsentiert“: Die lieben diesen Ausgleichssport.“

Der Elsterheide-Ortsteil Nardt, so Demmler noch weiter, sei für diese Meisterschaften ein idealer Austragungs-Ort – nicht zuletzt, weil man mit dem Aeroclub Hoyerswerda hier einen guten Partner habe, der sich auch in bewährter Weise um das leibliche Wohl der Gäste sorgen werde.