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Straßenbau
Ab August soll der Verkehr rollen

Vor einem Jahr ging es bei den Arbeiten für die Hoyerswerdaer Ostumfahrung der B 96 in die Vollen. Heute sagt LASuV-Niederlassungsleiter Andreas Biesold (r.): Der Freigabe des ersten Teilstückes im August steht bislang nichts im Wege.
Vor einem Jahr ging es bei den Arbeiten für die Hoyerswerdaer Ostumfahrung der B 96 in die Vollen. Heute sagt LASuV-Niederlassungsleiter Andreas Biesold (r.): Der Freigabe des ersten Teilstückes im August steht bislang nichts im Wege. FOTO: Catrin Würz / LR
Hoyerswerda. Der Bau der Ostumfahrung für die B 96 liegt akkurat im Zeitplan. Auch wenn es nicht so wirkt. Von Catrin Würz

Fast genau vor einem Jahr ist bei Hoyerswerda der offizielle Startschuss für das derzeit weit und breit größte Straßenbauvorhaben in Ostsachsen gegeben worden. Fast 20 Millionen Euro investieren Bund und Freistaat in den Neubau einer Ostumfahrung für die B 96. Bis November 2019 soll die neue Straße komplett fertig sein. Auf kurzer schneller Strecke wird der Nord-Süd-Fernverkehr zur Anbindung der beiden Bundesstraßen 96 und 97 damit künftig aus der Hoyerswerdaer Innenstadt herausgehalten. Das erste Etappenziel ist nun schon in Sichtweite, sagt Andreas Biesold, Chef der Bautzener Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Im August soll auf einer Teilstrecke der neuen Straße der Verkehr bereits rollen. Freigegeben werde dann der erste Bauabschnitt zwischen der Anbindung der neuen B 96 nördlich von Maukendorf und der Kreuzung zur Staatsstraße 108 in Richtung Lohsa.

Auch wenn das auf den Straßenbau-Laien angesichts der noch komplett fehlenden Befestigung der Tragschichten ganz anders wirkt: „Wir liegen genau im Zeitplan für den Bauablauf“, bestätigt Andreas Biesold. Seit dem ersten Spatenstich für das Projekt im Mai 2017 sind auf der 6,7 Kilometer langen Trasse Unmengen an Erdmassen bewegt und eingebracht worden. Die neue Straße führt überwiegend durch Waldflächen östlich von Hoyerswerda. Mitten im Wald entstand deshalb auch das aufwändigste und teuerste Bauwerk im Rahmen dieses Straßenbauprojektes: Über die Eisenbahnlinie Hoyerswerda - Horka ist seit dem vergangenen Sommer für 1,1 Millionen Euro eine Brücke neu errichtet worden. „Die Überführung ist als Bauwerk fertiggestellt“, bestätigt der Niederlassungsleiter.

In gut einer Woche will das beauftragte Unternehmen – das Unternehmen Hoch- und Tiefbau Richard Schulz aus Schwarzheide – mit dem Ausbau des Knotenpunktes nördlich von Maukendorf beginnen. Dort entsteht eine komplett neue Verkehrsführung. Wer von Süden kommend künftig die Bundesstraße verlassen will, um weiter nach Zeißig zu fahren, muss zunächst in Richtung Spohla abbiegen und wird dann auf die alte Fahrbahn der B 96 geführt, die jedoch komplett von der Neubaustrecke abgekoppelt wird. Ist diese Kreuzung fertig, erfolgt die Anbindung der neuen B 96-Trasse an die alte Trasse. Für eine Zwischenphase muss der Verkehr auf der Bundesstraße für diese Bauarbeiten mit einer Baustellenampel geregelt werden. „Das lässt sich nicht vermeiden“, so Biesold.

Im Mai/Juni beginnt dann laut Planung parallel der Ausbau der Schmiedestraße in Zeißig. „Diese Straße wird verbreitert und bekommt einen Gehweg“, erläutert der Niederlassungsleiter. Denn die Schmiedestraße wird als künftig einzige Straßenanbindung von Zeißig an die Neustadt von Hoyerswerda ertüchtigt. Die bisherige Zufahrt über den Bahnübergang wird es bekanntlich nicht mehr lange geben: 2019 wird  die Bahnschranke als Bestandteil der alten B 96 komplett zurückgebaut.

Für Juli und August sind die Asphaltarbeiten auf der gut vier Kilometer langen Neubau-Trasse zwischen Maukendorf und dem Knotenpunkt zur S 108 geplant, kündigt Andreas Biesold an.

Nach und nach starten auch die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt der neuen Ostumfahrung: Den Auftrag dafür hat das gleiche Unternehmen bekommen wie für den ersten Bauabschnitt. Das kann ein Vorteil für den reibungslosen Fortgang der Arbeiten sein, glaubt Andreas Biesold.

Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bau der neuen Trasse bis zur Bundesstraße 97. Beide Bundesstraßen werden über einen neuen Kreisverkehr miteinander verbunden. Da die neue Bundesstraßentrasse den Froschradweg kreuzt, wird westlich des Scheibesees auch noch eine Fahrradbrücke über die neue B 96 errichtet. Im November 2019 soll die komplette Ortsumfahrung in Betrieb genommen werden. „Wir gehen davon aus, dass das klappt“, sagt Andreas Biesold.

Ortsumfahrung B96 4c
Ortsumfahrung B96 4c FOTO: Ricarda Neumann / lr