Was sie dort erlebte, berichtete sie vor kurzem beim Seniorentreff auf der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda:
Wie immer war der Seniorentreff in Hoyerswerda gut besucht. Christine Robel, 25-jährige Studentin der Politikwissenschaft an der TU Chemnitz, sprach über ihre Erlebnisse während der „Orangenen Revolution“ in der Ukraine. Ein internationaler Studentenaustausch ermöglichte ihr in den entscheidenden drei Monaten des vergangenen Jahres den Aufenthalt in dem Land. Zu den wichtigen Lebenserfahrungen gehört für sie als Politikstudentin, welche friedliche Kraft die Demokratie entfaltete.
Für die Senioren war es eindrucksvoll, die persönlichen Schilderungen der Referentin mit aktuellen Medienberichten zu vergleichen.
Christine Robel zeichnete das Bild der Hoffnungen der Ukrainer gegenüber Europa. Sie war im Osten und Westen des Landes unterwegs, gab selbst Unterricht und nahm an Vorlesungen teil. Sie lebte in fünf Städten und setzte sich mit den Lebensbedingungen der Menschen auseinander. Sie suchte das Gespräch mit den Einheimischen. In bewegten Worten schilderte sie die großartige Gastfreundschaft, die ihr die Ukrainer entgegen brachten. Mit großer Sensibilität nahm sie die aktuellen Ereignisse wahr und beobachtete, wie, ausgelöst durch die politischen Ereignisse, der demokratische Gestaltungswille der Bevölkerung wiedererwachte. Sie schilderte, wie sich die Ukrainer mit Demonstrationen und politischen Aktionen Freiheit und Demokratie erstritten.
Christine Robel schilderte, wie sich unter dem bisherigen Präsidenten Leonid Kutschma der Übergang von der Plan-Wirtschaft zur Clan-Wirtschaft vollzog, wie Korruption und Unterdrückung über die Menschen kam und sich daraufhin Enttäuschung und Resignation breit machte.
Sie erlebte nun das demokratische Erwachen. Mit Ex-Premier Wiktor Juschtschenko gab es eine demokratische Alternative und die Ukrainer spürten, wie sich die internationale Aufmerksamkeit wieder auf ihr Land richtete. Auch Wahlfälschungen und Giftattentate konnten diesen Prozess nicht mehr stoppen.
Mit großem Beifall brachten die Senioren auf der Kinder- und Jugendfarm des CSB ihren Dank für den informativen Vortrag mit Christine Robel zum Ausdruck. Auch die 25-Jährige war vom großen Interesse und dem offenen Klima im Seniorentreff der Kinder und Jugendfarm des CSB sehr angetan. „Dialog zwischen den Generationen ist wichtig“ , ist sie überzeugt.