Dass der Hochstein ein beliebtes Ausflugsziel der Hoyerswerdaer ist, zeigt ein Blick ins Gipfelbuch. Dort hat sich längst nicht nur ein Bewohner aus der Elsterstadt verewigt. Seit Kurzem ist das Wahrzeichen der Erhebung wieder in voller Pracht zu bewundern. Und zwar die aus Westlausitzer Granodiorit bestehenden Gipfelklippen, die sich rund sechs bis acht Meter auf dem Gipfel erheben. Der örtliche Forstwirtschaftsbetrieb macht es möglich. Vor einiger Zeit wurden dort die dicht wachsenden Fichten sowie mehrere Buchen gerodet, die den Wanderern bis dato die Sicht versperrten. Nunmehr präsentiert sich den Besuchern die massive, grau-schwarze Steinwand, die zwei Aussichtspunkte bietet.

Durch die Forstarbeiten ist auch die Aussicht vom "König der Westlausitz", wie die Erhebung auch bezeichnet wird, etwas besser geworden. Besonders in südwestliche Richtung reicht der Blick jetzt wieder hinüber zu Keulenberg und Schwedenstein. Nach Nordosten versperren dagegen noch immer mehrere Buchen die Sichtung in Richtung des Kraftwerkes Boxberg. Allerdings wurde vor einiger Zeit ein paar Meter unterhalb des Hochstein-Gipfels der sogenannte "Elbtal-Blick" angelegt. Durch eine in den Wald geschlagene Schneise präsentiert sich die Landschaft in Richtung der Landeshauptstadt Dresden. Bei klarem Wetter sind durchaus die Berge des Osterzgebirges am Horizont auszumachen. Als Orientierung dient dabei die Autobahn 4, die sich direkt unterhalb des Hochsteins durch das Nordwestlausitzer Bergland schlängelt.

Warum der Hochstein auch bei den Hoyerswerdaern so beliebt ist? Zum einen natürlich wegen der Aussicht. Und zum anderen, weil an dessen Nordostflanke in einer Höhe von rund 320 Metern über dem Meer die Schwarze Elster entspringt, die nach rund 35 Kilometern die ehemals kreisfreie Stadt erreicht. Insgesamt bringt es der Fluss bis zu seiner Mündung in die Elbe auf 188 Kilometer. In jüngster Zeit wurden die Beschilderungen an den Wanderwegen erneuert, sodass sowohl der Hochstein-Gipfel als auch der Quelltopf relativ einfach zu finden sind.

Das Bergmassiv gilt als reich an Sagen. So soll in grauer Vorzeit der Teufel auf dem Berg die Maße der Kaufleute überprüft und diese als Betrüger entlarvt haben. Darüber hinaus, so wird erzählt, treibe der Nachtjäger im Gebiet sein Unwesen. Heute besitzt die Erhebung einen gewissen Kultstatus. Dafür sorgt ein Wettbewerb, wer den Berg am häufigsten besteigt. Jahr für Jahr wird der Sieger oder die Siegerin gekürt. Manch Einheimischer bringt es auf mehrere 100 Mal. Und dass, obwohl sich der Aufstieg bisweilen sehr steil präsentiert.