"Fallschirmspringen ist eine Bewusstseinserweiterung, weil man sich einfach mal fallen lassen kann", sagt Thomas Eckhardt. "Nicht jeder muss Fallschirmspringer werden, aber man sollte es einmal gemacht haben." Viele würden denken, dass Fallschirmspringen eine Risikosportart ist, doch das stimme nicht. Der Sportbund schätzt Fallschirmspringen nicht als Risikosportart ein und statistisch gesehen sei Fallschirmspringen genauso gefährlich wie Tischtennis. "Wenn man die Fahrt mit dem Auto zum Flugzeug überlebt hat, kann eigentlich nichts mehr passieren", schmunzelt der 52-Jährige. Thomas Eckhardt selbst betreibt seit 1979 das Fallschirmspringen und ist damals durch seinen Bruder auf das Springen aufmerksam geworden.

Erst jüngst wieder in Nardt beim Flughafenfest hatte der im Jahr 2001 gegründete Verein Tandem- und Fallschirmsprünge abgesichert und vorgeführt. Jeder, der das Fallschirmspringen ausprobieren will, kann sich bei dem Verein melden, sagt Thomas Eckhardt. "Skydive Lausitz" bietet da zwei Möglichkeiten an: Bei einem Tandemsprung wird man bei einem "Tandem-Master" mit angegurtet und springt bei ihm als Fluggast mit.

Und dann kann man noch an einem "Schnuppersprung" teilnehmen. Dabei springt man gemeinsam mit zwei Lehrern aus dem Flugzeug. Die Lehrer helfen und unterstützen den Springer dabei in der Luft, aber der hängt am eigenen Schirm.

Um zu springen, reiche eine normale Gesundheit aus, jedoch sollte man mindestens 16 Jahre alt sein, weil sich bis zum 16. Lebensjahr das Gehör entwickelt und durch die Druckunterschiede im freien Fall könnte das Gehör während dieser Entwicklung Schaden nehmen, erklärt Thomas Eckhardt. "Außerdem sollte man bei einem Tandemsprung nicht mehr als 90 Kilogramm wiegen", ergänzt der 52-Jährige. Und man sollte den "Schwebehang" ausführen können, weil man bei einem Tandemsprung im Sitzen landet.

Die Mitglieder vom Verein Skydive Lausitz absolvieren so zehn bis zwanzig Sprünge pro Jahr, einige kommen sogar auf 500 bis 600 Sprünge. "Das kommt ganz darauf an, wie viel Geld und Zeit man gerade zur Verfügung hat", berichtet Thomas Eckhardt. Die Springer, die bis zu 600 Sprünge im Jahr machen, sind semiprofessionell. Sie sind meistens Tandemmaster und Ausbilder für den Luftfahrerschein und verdienen somit auch Geld mit dem Fallschirmspringen.

Generell hängen die Kosten für einen Fallschirmsprung auch von der Absprunghöhe ab. Der Verein organisiert auch Außenlandungen auf Festen und Geburtstagsfeiern. Im Winter betreibt der Verein das "Indoor Skydiving". Die nächstgelegene Anlage dafür steht in Prag, in Berlin wird aktuell eine gebaut. "Man ist in einer Art Windtunnel. Außen herum sind Plexiglasscheiben angebracht. Von unten wird dann Luft eingeblasen und somit kann man den freien Fall simulieren", erzählt Thomas Eckhardt.

Um in den Verein einzutreten, braucht man den Luftfahrerschein. Skydive Lausitz bildet zwar nicht aus, aber kann Interessierte vermitteln. Zur Ausbildung gehören 25 Sprünge, teils mit Lehrern, teils alleine. Und danach ist eine theoretische Prüfung angesagt. Die Dauer der Ausbildung hängt davon ab, wie schnell man die 25 Sprünge schafft. "Es wäre schön, wenn sich junge Leute für den Sport begeistern können", sagt Thomas Eckhardt. "Wer einen Tandemsprung verschenken will, der kann bei uns im ,Black Raven' einen Gutschein kaufen."

Die Tandemsprünge finden auch alle 14 Tage auf dem Flugplatz in Neuhausen bei Cottbus statt. Die Termine kann man auf der Vereinshomepage einsehen.

www.skydive-lausitz.de

*Der Autor war Praktikant in der RUNDSCHAU-Redaktion