Urlaub am Knappensee ist gefährlich - das ist der Eindruck, den der Schilderwald bei den Touristen hinterlässt. Davon ist Lohsas Gemeindeoberhaupt Udo Witschas fest überzeugt. Er glaubte gestern, seinen Ohren nicht zu trauen, als er von der Aktion der Landestalsperrenverwaltung erfuhr und setzte sofort alle Hebel in Bewegung, um die Schilder wieder abmontieren zu lassen. „Ich habe mit dem Chef der Behörde telefoniert, aber er sah sich außer Stande, das noch am Freitag zu erledigen“ , erklärte Witschas gestern gegenüber der RUNDSCHAU. Bis zur Gemeinderatssitzung am Dienstag soll die Behörde nun einen Lösungsvorschlag anbieten.
Die großflächige Warnaktion der Verwaltung bringt den Bürgermeister auf die Palme. „Das ist unverhältnismäßig und vollkommen übertrieben“ , schimpft Witschas. Dass die Landesbehörde auf großen Informationstafeln darüber aufklärt, dass der Knappensee in Folge einer unkontrollierten Tagebau-Flutung entstand, sei in Ordnung. Was Witschas ärgert, sind die vielen kleinen Warnschilder am Ufer des Sees. „Ohne den Wortlaut ,Rutschungsgefahr' wäre dieses Schild als Hinweis angemessen und vertretbar, in dieser Art jedoch unvertretbar“ , ist Witschas überzeugt. Urlauber und Badegäste am See bekämen den Eindruck, sie würden sich in Lebensgefahr begeben. „Aber eine Gefahr in diesem Maße besteht nicht“ , betont der Bürgermeister und fürchtet, dass die Urlauber künftig einen Bogen um den Knappensee machen. „Ich habe der Landestalsperrenverwaltung angekündigt, dass ich eventuelle Schadensersatzforderungen der Gewerbetreibenden am See an sie weitergeben werde.“ Sollte die Behörde die Hinweistafeln bis kommenden Dienstag nicht beseitigt haben, will der Bürgermeister sich beim Regierungspräsidium Dresden beschweren. „Mit diesen Schildern wird die Arbeit von Jahren kaputt gemacht“ , schimpft Witschas und verweist darauf, dass jedes Jahr tausende Euro in den Tourismus investiert würden, um die Region attraktiver zu machen.