Hoyerswerda. Der Markt der Möglichkeiten von Hoyerswerda muss wohl aus einer anderen Epoche stammen. Welche Tradition die jährliche Vereinsmesse inzwischen hat, kann man jedenfalls auch daran erkennen, dass die ersten beiden Programmhefte noch mühselig mit der Schreibmaschine getippt werden mussten. Computer waren noch rar. Was Bürgermeister Armin Ahrendt damals im Vorwort schrieb, stimmt aber noch: "In Hoyerswerda kann musiziert, gesammelt, geforscht oder Vergangenheit ausgegraben werden, im Gespräch, in Freude und Gemeinschaft mit anderen."Im Kulturbüro des Rathauses haben schon längst die Vorbereitungen zum 18. Markt der Möglichkeiten am 31. Januar begonnen. Bereits im Oktober haben die 204 Vereine aus der verwaltungsinternen Datenbank die Anmeldebögen zugeschickt bekommen. Im November war Anmeldeschluss und Silke Braun vom Kulturbüro kann inzwischen ankündigen: "92 Vereine werden sich präsentieren."Der Fanfarenzug wird den Markt der Möglichkeiten vor der Lausitzhalle eröffnen. Im unteren Bereich der Halle werden Kinder- und Jugendangebote sowie die Natur-Vereine zu finden sein und in der oberen Etage die Sozial- und Sportvereine. Im Forumsaal steht eine Bühne.Doch die Zeiten haben sich schleichend geändert. Für so manchen Hoyerswerdaer Verein sind sie schwieriger geworden. Silke Braun sagt, das Ehrenamt sei vielfach ein richtiger Kraftakt: "Viele haben kaum Nachwuchs." Und weil das Potenzial an neuen Mitgliedern wohl weitgehend ausgeschöpft ist, kommen einige Vereine nur noch jedes zweite Jahr in die Lausitzhalle. Die Bevölkerungsentwicklung macht sich bemerkbar.Das gilt auch für die Besucherzahlen. So dicht wie einst ist das Gedränge nicht mehr. Voriges Jahr wurden zwar 3600 Interessenten gezählt, allerdings hatten lediglich 1408 Gäste die 1,50 Euro Eintritt bezahlt, die für jeden ab 16 Jahren fällig werden. Dazu kamen 1492 Kinder und 700 Beteiligte, die kostenfreien Zutritt haben. Die Stadt zahlt an Miete für den Markt laut Haushaltsplan rund 4000 Euro, verlangt aber von den Vereinen keine Gebühr. "Es ist eine Art indirekte Förderung", sagt Silke Braun, die den Markt der Möglichkeiten wichtig findet: "Die Bürger der Stadt sollen sich orientieren können."Die Pläne für die Stände sind fertig. Einige Vereine brauchen nur zwei Quadratmeter für einen Tisch. Der Aeroklub Nardt hingegen will kleine Modellflugzeuge mitbringen und benötigt deshalb 30 Quadratmeter. Erstmals dabei, weil neu gegründet, sind am letzten Januar-Sonnabend die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew und der Verein zur Förderung der Integration behinderter Menschen. Neu im Programmheft, von dem dieser Tage 500 Exemplare gedruckt werden, sind zudem die Christlichen Pfadfinder und die aus dem Zeißiger Kulturverein ausgegründete Tanzgruppe. Die Hefte werden natürlich inzwischen mit Hilfe von Rechentechnik hergestellt. Computer sind mittlerweile wirklich das Letzte, an dem es mangelt. no