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Hoyerswerda
Der Jubiläums-Countdown läuft

Hoyerswerda. 2018 wird gejubelt: Hoyerswerda feiert 750. Geburtstag. Doch vieles bleibt noch geheim. Von Anja Hummel

Mit dem Rutsch ins neue Jahr fällt der Startschuss. Nur noch ein Monat und das große Jubiläumsjahr der Stadt Hoyerswerda beginnt. Nicht mehr viel Zeit für die Organisatoren, Stadt und ­Zookultur, um alles unter Dach und Fach zu bringen.

Denn einige Fragen zu Programm und Sponsoring der 750-Jahr-Feier sind noch zu klären – oder deren Antworten sind zumindest noch nicht öffentlich bekannt.

Fest steht: Zwei Feierlichkeiten werden im Mittelpunkt stehen. Zum einen der Altstadtzauber mit Stadtkindertag am ersten Juniwochenende, zum anderen das verlängerte Festwochenende in der Neustadt vom 5. bis zum 9. September.

Den Entwurf für das Jahres-Programmheft präsentierte Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) jüngst dem Stadtrat. Im A5-Format soll es über alle angemeldeten Veranstaltungen samt der von der Stadt gekürten speziellen 75 Ereignisse informieren. Mit Letzterem soll besonders für das Jubiläum geworben werden. Doch welche der insgesamt 300 eingereichten Vorhaben und Ideen von Vereinen, Verbänden, städtischen Unternehmen und Privatpersonen es in die Jubiläumsgarde geschafft haben – die Stadt will das Geheimnis noch nicht lüften. „Das wird jedem bekannt sein, wenn das Programmheft verteilt wird“, macht es Olaf Dominick, Büroleiter des Oberbürgermeisters, spannend.

In den Briefkästen der Bürger soll das Heft laut Planung Mitte Dezember liegen. Auf dem Titelbild zu sehen ist das Alte Rathaus, im Vordergrund ein Teil der Postsäule, umrahmt in schwarz. Kritik an der Optik übte CDU-Stadträtin Gitta Kaltschmidt: „Das erinnert sehr an eine Beileidskarte. Wir haben doch gar keinen Grund zu trauern.“ Dass noch Änderungen vorgenommen werden können, schloss OB Skora nicht aus.

Viel entscheidender für die gute Stimmung zum Jubiläum ist hingegen das Programm an sich. Während im Juni in der Altstadt gefeiert wird, soll im September unter anderem ein großer Show-Act die Neustadt in Partystimmung versetzen. Wie vom Oberbürgermeister bereits in einer früheren Planungsphase angekündigt, wird es zur Eröffnung des Stadtfestes am 6. September ein großes Bühnenkonzert mit einem bekannten Künstler geben. Olaf Dominick bestätigt: „Wir stehen mit Agenturen in Verbindung.“ Wer genau die Leute unterhalten wird, ist demzufolge noch offen. Jemand für „das breite Publikum“ soll es werden, so Dominick.

Beim Altstadtfest im Juni hingegen soll „einen Gang zurückgeschalten werden“. Geplant ist neben vielen festlichen Aktionen ein Autofahrverbot: Die Kirchstraße soll anlässlich der 750-Jahrfeier zur Fußgängerzone werden – zumindest ab dem 1. Juni für einen ganzen Monat.

Und wie steht es um die Kosten für das Jahresfest? Trotz der aktuellen Haushaltsmisere sollen die Feierlichkeiten nicht in Frage gestellt werden. 200 000 Euro sind für alle Jubiläumsausgaben einkalkuliert. Davon kommen 90 000 Euro aus der Stadtkasse, 30 000 Euro sollen durch Werbe- und Marketingartikel finanziert werden. Offen bleiben satte 80 000 Euro. „Diese Summe wird über Sponsoringmittel gedeckt“, sagt Olaf Dominick auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Entsprechende Zusagen von verschiedenen Unternehmen gebe es bereits, versichert auch Oberbürgermeister Skora vor den Stadträten. Im Dezember sollen dann wichtige Vereinbarungen unterzeichnet werden. Mit jeweils 10 000 Euro beteiligten sich bereits Lausitzer Seenland Stiftung und Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda an den Werbekosten für die Feierlichkeit.

Wer eigentlich die Verantwortung für die Organisation trägt, wollte Stadtrat Joachim Lossack von der Links-Fraktion wissen. Die trockene Antwort von Stefan Skora: Er selber. „Wenn Ihnen etwas nicht gefällt, haben Sie also eine Adresse“, resümiert der Oberbürgermeister, der spätestens am 19. Dezember jede Menge Jubiläums-Neuigkeiten in die nächste Stadtratssitzung mitbringen dürfte.