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| 17:24 Uhr

Hoyerswerda
43 Prozent der Hoyerswerdschen sind älter als 60

Im Wohnkomplex I sind 52 Prozent der Einwohner älter als 60 Jahre. Das bedeutet prozentual Platz 2 im Vergleich aller Stadt- und Ortsteile in Hoyerswerda.
Im Wohnkomplex I sind 52 Prozent der Einwohner älter als 60 Jahre. Das bedeutet prozentual Platz 2 im Vergleich aller Stadt- und Ortsteile in Hoyerswerda. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Die Strukturdaten der Stadt Hoyerswerda zeichnen ein klares Bild: Die Erfahrung der Einwohner nimmt immer weiter zu. Von Sascha Klein

Das war viele Jahre lang ein gewohnter Anblick in der Neustadt: Am Centrum-Warenhaus reiht sich Kinderwagen an Kinderwagen. In den Kinderkrippen hatten die Erzieherinnen große Wagen mit zehn bis zwölf Sitzen, um mit dem Nachwuchs ein wenig zu flanieren. Hoyerswerda ist in den 1960er-Jahren zur jüngsten und kinderreichsten Stadt der Republik ausgerufen worden. Kinderwagen gibt es in Hoyerswerda immer noch – wenn auch nicht mehr so viele.

Genau an diesem Punkt zeigen auch die Hoyerswerdaer Strukturdaten für 2017 das Problem. Die Kinder, die in den 1960er-Jahren noch durch die Neustadt kutschiert worden sind, zählen in wenigen Jahren zu einer der ältesten Einwohnerschichten der Stadt. Denn: In Hoyerswerda sind laut Statistik klar mehr als ein Drittel (43 Prozent) der Einwohner älter als 60 Jahre. Nun gut, der Slogan der 1960er-Jahre ließe sich heute problemlos abändern. Heute ist Hoyerswerda die erfahrenste Stadt des Ostens. Wobei: Das ist nicht statistisch bewiesen.

Was jedoch bewiesen ist: Rein statistisch ist die Altstadt Hoyerswerdas jünger als die Neustadt – was ihre Einwohner betrifft. In der Altstadt sind 38 Prozent der Einwohner über 60 Jahre alt, in der Neustadt sind es 47 Prozent. Oder positiv ausgedrückt: Die Neustadt hat einen deutlichen Erfahrungsvorsprung vor den Jungspunden von jenseits der Schwarzen Elster. Am Erfahrensten sind die Bewohner des WK X mit einem Anteil von 59 Prozent der Über-60-Jährigen. Das liegt vor allem am Laurentiushaus. Doch gleich dahinter folgen der Wohnkomplex III (58 Prozent) sowie der Wohnkomplex I und der Wohnkomplex VIII (je 52 Prozent). Die meisten Über-60-Jährigen leben derzeit im WK V (1653), gefolgt vom WK VIII (1114), WK III und WK VI (je 968). Der Ausreißer ist der Grünewaldring. Dort sind „nur“ 29 Prozent der 314 Einwohner älter als 60. Zweiter: WK II mit 36 Prozent. Dort wohnen viele Familien mit Kindern.

In der Altstadt heißt der Jungbrunnen Dresdner Vorstadt. 27 Prozent der dort Lebenden sind älter als 60 Jahre. Trotzdem: Im Buddelkastenalter sind auch dort die Allerwenigsten: Drei Viertel der Einwohner in dieser Ecke der Stadt sind älter als 30. Auf Platz zwei und drei in der Altstadt folgen „Am Bahnhof“ (32 Prozent) und die „Innere Altstadt“ mit 35 Prozent. Am Erfahrensten in der Altstadt ist die Spremberger Vorstadt mit 52 Prozent Über-60-Jährige.

Hoyerswerdas Ortsteile reihen sich eher in Richtung Altstadt-Werte ein. Die prozentual wenigsten Über-60-Jährigen gibt es in Dörgenhausen (27 Prozent), gefolgt von Knappenrode (30 Prozent) und Schwarzkollm (32 Prozent). Zum Vergleich: In Bröthen/Michalken leben mit 468 Personen (33 Prozent) insgesamt am meisten Über-60-Jährige. In diesem Ranking ist Zeißig das Ortsteile-Schlusslicht mit 376 Menschen (40 Prozent) über 60 Jahren.