Erst einmal müsse sie sich in die Gruppe und die Arbeit reinfinden, sagt Silvana Suhr. Die 44-jährige Hoyerswerdaerin ist eines von zwei neuen Mitgliedern, die die Initiative Stadtwunder in den vergangenen Monaten in ihren Reihen begrüßen durfte. Eigentlich sind es ja drei. Stadtwundergründerin Doreen Becker und Silvana Suhr kennen sich persönlich. Ihre Kinder sind seit Kita-Tagen ein Herz und eine Seele. Daher bringt Silvana Suhr natürlich auch ihren siebenjährigen Sohn Niclas mit zu den künftigen Einsätzen in den Revieren von Hoyerswerda. So bekommen ganz nebenbei auch die Stadtwunder-Kinder Verstärkung.

Im Herbst hatte Silvana Suhr als Einstand an der Pflanzaktion von 500 Krokussen an der Lindenschule mitgeholfen. Sie findet gut und unterstützenswert, was die Stadtverschönerer, oft im Verborgenen, so treiben. Nur die anhaltenden Zerstörungen auf dem Hochbeet in der Niederkirchner-Straße machen sie traurig.

Diese waren auch ein Punkt auf der Tagesordnung der Jahresplanungssitzung am Sonntag. Zwar seien die Übeltäter bekannt und mehrfach vor Ort erwischt worden, sagt Doreen Becker. Es sei ihnen aber, zumal sie minderjährig sind, nicht wirklich beizukommen. Aufgeben aber möchten die Aktivisten den beliebten Hotspot, an dem sich mittlerweile zu Weihnachten und Ostern viele Leute erfreuen, nicht so einfach. Daher plant die Initiative auch schon den Aufbau des nächsten Osterhasendorfes sowie die zweite Auflage des 2015 erstmalig bespielten Ostereierbaumes an der Ecke Käthe-Niederkirchner-Straße/Bautzener Allee.

Wie es sich für Hoyerswerda gehört, wurde für die Aktion natürlich die große Eiche auf der dortigen Wiese erwählt. Am Freitag, 18. März, eine Woche vor dem Osterwochenende, werden die Aktivisten ab 15 Uhr die verbliebenen 400 Eier aus dem letzten Jahr und die in den kommenden Wochen entstehenden Exemplare an den Baum hängen. Wer seine Schmuckstücke dazu hängen möchte, ist herzlich eingeladen, dies gemeinsam oder auch still und heimlich zu tun. Natürlich können die Ostereier auch wieder im Linke-Büro in der Bonhoeffer-Straße abgegeben werden.

Auch über Hilfe aus den Kindergärten würde das Team sich sehr freuen. Vielleicht wird der Baum ja auf so wundersame Weise bunter, wie es vor wenigen Wochen am Weihnachtsbaum auf dem Markt geschehen ist.

Ein zweiter Termin für potenzielle Unterstützer ist Samstag, 9. April. Dann wird sich die Gruppe wieder von 9 bis 11 Uhr zum Subbotnik im Freizeitkomplex (FKO), dem früheren Indianerdorf, treffen. Genau hier war vor drei Jahren der Startschuss ihrer Arbeit erfolgt, zu der neben den gestalterischen Schwerpunkten am Hochbeet Niederkirchner-Straße und am Brunnen am Hochhaus "Am Knie" auch das Projekt "Essbare Stadt" in der Hufelandstraße zählt. Dort wie auch an anderen Orten hilft der Bauhof der Stadt tatkräftig mit. In diesem Jahr favorisieren die Stadtgärtner pflegeleichte Gemüsesorten wie Radieschen, Möhren und Salat sowie Zucchini und unsere Inkagurken.

Was aber nach einem kurzen Gastspiel in der Zwischenbelegung aufgrund des Umzuges der Kulturfabrik nun wieder fehlt, ist ein Raum für gemeinsame Werkelnachmittage und zum Unterstellen der Basteleien und Werkzeug. Dazu werden Gespräche mit möglichen Partnern aus der Jugendarbeit in Angriff genommen, die auch Synergieeffekte in der Arbeit denkbar machen.

Für das kleine Jubiläum "1111 Tage Stadtwunder" am 16. Februar erwägen die Mitglieder eine kleine Ausstellung, in der sie der Öffentlichkeit einen Überblick über die bisherigen Aktionen vermitteln und mit neugierigen Bürgern ins Gespräch kommen können. Das nächste Planungstreffen ist für Mai vorgesehen. Vielleicht kann die Initiative Stadtwunder dann ja auch wieder neue Mitglieder in ihren Reihen begrüßen.