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| 18:44 Uhr

Große Putzaktion im Zoo Hoyerswerda
400 Blumenzwiebeln für den Tierpark

Helmar Laube hatte beim Putzen einen aufmerksamen Beobachter. Das Lama versorgte er nebenbei mit Grasbüscheln.
Helmar Laube hatte beim Putzen einen aufmerksamen Beobachter. Das Lama versorgte er nebenbei mit Grasbüscheln. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Der Zoofreundeverein hat zur alljährlichen Frühjahrsputz-Aktion getrommelt. 35 Helfer putzen, schneiden und harken in Hoyerswerda. Von Rainer Könen

Blumenzwiebeln aus Amsterdam? Von wegen. Vielmehr hatte der Leiter des Hoyerswerdaer Zoos, der Holländer Eugène Bruins, bei einem in der Nähe des Tierparks gelegenen Discounter die Gunst der Stunde genutzt und dort 400 Blumenzwiebeln, pro Stück ein Euro, gekauft.

Die hatte er Samstagmorgen mit in den Zoo gebracht, zur Frühjahrsputz-Aktion, zu der der Zoofreundeverein alljährlich einlädt. Etwa 35 Helfer waren gekommen, ein Großteil davon Vereinsmitglieder, um den Tierpark „wieder etwas aufzuhübschen“, wie es einer salopp beschrieb. Da wurden Gräben gereinigt, Laub zusammengeharkt, Zäune von Weinpflanzen befreit, Schilder gereinigt.

Mittendrin im Geschehen: der Vereinsvorsitzende Karsten Bormann. Gemeinsam mit einigen Helfern setzt er Bäume ein. Eine Platane sowie den Baum des Jahres 2018, eine Esskastanie, gestiftet vom Zoofreundeverein. Für Helmar Laube ist dieser Arbeitseinsatz Neuland. „Ich bin zum ersten Mal dabei“, meint der Hoyerswerdaer. Seine Frau habe ihn dazu überredet. Bei der Gelegenheit „können wir bei dem Igel vorbeischauen, für den wir die Patenschaft übernommen haben“, lacht er, während er den Graben am Lamagehege reinigt.

Ein paar Meter weiter entfernt die Leiterin des Schlosses und Stadtmuseums, Kerstin Noack, mit einer großen Gartenschere Weinpflanzen von der Umzäunung des Trampeltiergeheges. Sie mache bei diesen Aktionen, im Frühjahr wie im Herbst, seit Jahren regelmäßig mit. „So schöpfe ich auch Motivation für meine tägliche Arbeit.“ Diese ehrenamtlichen Tätigkeiten seien nicht nur für den Zusammenhalt im Zoofreundeverein wichtig, vielmehr bildeten sie „die Urgeschichte dieses Zoos “, so Kerstin Noack weiter. Der sei ja seinerzeit vor allem durch großes ehrenamtliches Engagement vieler Hoyerswerdaer entstanden.

Am ehemaligen Maragehege steckt Helga Kirmer Gladiolen in den Rasen. Die Seniorin bemerkt, dass Arbeitseinsätze wie dieser Frühjahrsputz „unseren Zoo am Leben erhalten“.

Nicht nur das, eigentlich habe ja auch jeder Hoyerswerdaer einen sehr intensiven Bezug zum Zoo, findet Ivo Fuchs. Der Baustoffhändler wohnt in Spremberg, aufgewachsen ist er jedoch in der Zuse-Stadt. Sein Job am Samstagvormittag: Im Schnee-Eulen-Gehege sorgt er für eine wasserdichte Beschichtung des Betonteiches. „Ich mache das gerne, war als Kind oft hier“, erzählt er. So könne er dem Zoo, seiner Heimatstadt auch etwas zurückgeben, für die schöne Zeit, die er hier erlebt habe. Und weiter: „Hoyerswerda ohne Zoo, das ist für mich einfach nicht vorstellbar“, beschreibt der Spremberger. Ergo wird er auch bei der nächsten Putzaktion wieder mit von der Partie sein.
Die findet im Spätherbst statt und soll dieses Mal eine „richtig große Sache werden“, so Karsten Bormann und Eugène Bruins. Da will man im Zoo, auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern 24000 Blumenzwiebeln einsetzen. Eine Menge Arbeit, zu der die Organisatoren auch zahlreiche Helfer erwarten.

Im Schnee-Eulen-Gehege bringt Ivo Fuchs eine wasserdichte Beschichtung im Betonteich auf.
Im Schnee-Eulen-Gehege bringt Ivo Fuchs eine wasserdichte Beschichtung im Betonteich auf. FOTO: Rainer Könen / Könen
Helga Kirmer, die zum Verein der Zoofreunde gehört, beim Stecken von Gladiolen, die im Sommer Farbe in den Zoo bringen sollen.
Helga Kirmer, die zum Verein der Zoofreunde gehört, beim Stecken von Gladiolen, die im Sommer Farbe in den Zoo bringen sollen. FOTO: Rainer Könen
Schloss-Chefin Kerstin Noack war mit einer Gartenschere zu Gange, um Weinpflanzen an den Gehegezäunen zu entfernen.
Schloss-Chefin Kerstin Noack war mit einer Gartenschere zu Gange, um Weinpflanzen an den Gehegezäunen zu entfernen. FOTO: Rainer Könen