Das Fahrzeug wurde Ende 2017 auf dem Weg zu der Firma in Ostsachsen kontrolliert, wie das Zollfahndungsamt Dresden am Mittwoch mitteilte. Polizisten fanden darin zwei Kartons mit insgesamt 160 Kilogramm unversteuertem Rauchtabak und in dem Unternehmen später weitere gleichartige Kartons.

Bei einer staatsanwaltlich veranlassten Durchsuchung einer Lagerhalle entdeckten Ermittler rund 120 Tonnen losen Tabak in verschiedenen Verarbeitungsstufen, wie ein Zollsprecher sagte. Auch die Maschinen zur Aufbereitung von Roh- zu Rauchtabak wurden sichergestellt. Der festgestellte Steuerschaden liege bei mindestens 2,5 Millionen Euro. Es sei in dieser Größenordnung der erste Fall, wie der Sprecher weiter informierte. Die Behörde ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tabaksteuergesetz. Zu Beschuldigten und Hintergründen wurden keine näheren Angaben gemacht. Die Ermittlungen dürften sich aber über einen längeren Zeitraum hinziehen, wie das Zollfahndungsamt ankündigte.

Auch in Brandenburg ist im vorigen Jahr eine größere Menge Rauchtabak aufgefunden worden, wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage von Astrid Pinz, Sprecherin desHauptzollamts Frankfurt (Oder), erfuhr. Zöllner dieses Hauptzollamts hatten am 17. März 2017 während einer Streifenfahrt zwischen Müncheberg und Hoppegarten im Landkreis Märkisch-Oderland einen Verkaufswagen mit der Werbeaufschrift „Rohtabak-Shop“ mit polnischen Kennzeichen entdeckt.

Darin fanden sie mehrere Tüten mit Rauchtabak ohne Steuerzeichen sowie diverse Pakete mit Zigarettenhülsen nebst einer Vielzahl von illegal hergestellten Zigaretten. Für die Herstellung der Zigaretten befand sich eine professionelle Zigaretten-Stopfmaschine im Verkaufswagen, informiert die Sprecherin.

Da der Verkauf illegal war, seien die Wohn- und Geschäftsräume der in Deutschland lebenden polnischen Firmeninhaberin des Tabak-Shops durchsucht worden. Dabei wurden drei Tabakzerkleinerungs-Maschinen, mehrere Zigarettenherstellungs-Maschinen, diverses Verpackungsmaterial, 340 leere Tabakdosen, zwei Kanister mit Aromastoffen, Zigarettenhülsen sowie 2,2 Tonnen Tabak gefunden, wovon etwa die Hälfte unter hygienisch fragwürdigen Bedingungen bereits zu rauchfähigem Feinschnitt, Zigaretten und Zigarren verarbeitet worden war. Die Ermittlungen in diesem Fall seien noch nicht abgeschlossen, informiert Astrid Pinz. (mit dpa)