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| 19:11 Uhr

Verbraucherschutz
Von aufgeschwatzten Verträgen bis zur fehlenden Lieferung

Von A wie Autokauf bis Z wie Zeitschriftenabo: In der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda herrschte am Montag ein Tag der offenen Tür. Beratungsstellenleiterin Angelika Große und ihre Kollegin die Ernährungsberaterin Silvia Melde informierten einige Besucher über die verschiedenen Beratungsthemen.
Von A wie Autokauf bis Z wie Zeitschriftenabo: In der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda herrschte am Montag ein Tag der offenen Tür. Beratungsstellenleiterin Angelika Große und ihre Kollegin die Ernährungsberaterin Silvia Melde informierten einige Besucher über die verschiedenen Beratungsthemen. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda existiert seit 25 Jahren. Von Anja Guhlan

 Bis zu fünftausend Ratsuchende wenden sich jährlich an die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda.  „Diese Zahl ist mit den Jahren seit der Eröffnung im Jahr 1993 ziemlich stabil geblieben“, resümiert Angelika Große zum 25. Geburtstag der Einrichtung. Sie leitet seit Anfang an die Beratungsstelle. „Nur die Art der Anfragen hat sich massiv verändert“, erzählt sie. Unseriöse Firmen mit Kaffeefahrten gebe es zwar immer noch, aber hinzu gekommen sind die Probleme mit der Digitalisierung. „Gerade in Zeiten der Digitalisierung  fühlen sich manche Verbraucher verunsichert und benötigen Aufklärung“, sagt Große. Deshalb kooperiert die Beratungsstelle  bereits im zweiten Jahr mit dem Computermuseum ZCOM und veranstaltet im Herbst wieder eine Vortragsreihe, wo es unter anderem um Video- und Musik-Streaming, Lebensmittel-Apps im Internet und smarte Sprachassistenten gehen wird.  „Wir wollen den Verbrauchern digitale Kompetenzen vermitteln“, erläutert Große.

Doch auch mit anderen Fragen kommen die Verbraucher in die Beratungsstelle: Die häufigsten betreffen alltägliche Verträge. „Viele  Verträge werden Leuten am Telefon untergeschoben“, erzählt Angelika Große. Dann sind die Verbraucher meistens erst mal völlig aufgelöst und in Sorge, berichtet sie. Die Beratungsstelle prüft erst einmal  die Unterlagen und vergleicht gegebenenfalls die Leistungen und Kosten mit dem aktuellen Vertragspartnern. „Wenn sich der neue Vertrag am Ende als nachteilig herausstellt, verweisen wir auf das Widerrufsrecht, dass jedem Verbraucher zusteht. Doch dazu müssen auch Vertragsunterlagen mit der Widerrufsbelehrung vorhanden sein. Dann kann der Verbraucher schriftlich widerrufen“, erklärt Große. In vielen Fällen kann die Beratungsstelle helfen. So auch, wenn der Verbraucher vor Ort und mit Barzahlung zum Beispiel ein Möbelstück gekauft hat und immer noch auf die Lieferung wartet. „Der Verbraucher sollte auf jeden Fall mit dem Verkäufer einen konkreten Liefertermin vereinbaren. Oft gibt es in Kaufverträgen nur schwammige Angaben wie Lieferung in fünf Wochen“, weiß Große aus Erfahrung.  Ist der konkrete Liefertermin überschritten worden, sollte der Verbraucher dem Verkäufer noch eine Nachfrist gewähren. Ist diese ebenfalls verstrichen, hat der Verbraucher das Recht vom Kaufvertrag zurückzutreten. „Oft meinen aber  Verbraucher, dass sie das gewünschte Möbelstück nur dort bekämen, dann muss meist auf langwierigem Weg eine Lösung mit dem Verkäufer gefunden werden. Im schlimmsten  Fall hilft dann ein Anwalt“, berichtet die Beratungsstellenleiterin.

Doch es gibt auch Fälle wo Angelika Große keine Erfolge hat. Zum Beispiel wenn Verbraucher an ein vermeintliches Inkasso-Unternehmen Geld auf ein ausländisches Bankkonto überwiesen haben. „Dann ist das Geld meistens weg“, so Große. Sie ist immer froh, wenn Verbraucher mit solch einem Schreiben kommen und sich beraten lassen, bevor sie das Geld überweisen.

Bei mehr als 80 Prozent der Fälle kann geholfen werden. Oft sind es Beratungen, aber Angelika Große und  ihre Kollegin Silvia Melde verfassen  gelegentlich auch Schreiben für die Ratsuchenden, weil es manchen Verbrauchern oft schwerfällt solche zu formulieren. „Der Verbraucher steht bei uns im Mittelpunkt. Ihm sollte je nach Fall so gut es geht geholfen werden“, mit diesem Credo hat sich die Beratungsstelle  seit 25 Jahren bewährt.