| 02:48 Uhr

25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 25 lìt Za{lstrok}o{zcaron}ba za serbski lud

Bautzen. Mit einer Festveranstaltung im Stadthaus Cottbus begeht die Stiftung für das sorbische Volk am heutigen Samstag ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum. Unter den Ehrengästen werden der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk, MdB als Vertreter der Bundesregierung, der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Uwe Gaul und die Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. red/gro

Ulrike Gutheil erwartet. Die Festansprache hält der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates und Bautzener Landrat Michael Harig.

Die Stiftung für das sorbische Volk wurde am 19. Oktober 1991 durch die heutige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als gemeinsames Projekt der Bundesrepublik Deutschland, des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur ins Leben gerufen. Gründungsort war die evangelische Kirche in Lohsa, Landkreis Bautzen. Das teilt Maria Schiemann von der Stiftung für das sorbische Volk mit.

Ausgehend von den in den Verfassungen der Länder Brandenburg und Sachsen verankerten Rechten der Sorben haben beide Länder am 28. August 1998 einen Staatsvertrag zur Errichtung der rechtsfähigen Stiftung öffentlichen Rechts geschlossen.

Am 15. Februar 2016 unterzeichneten der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Stanislaw Tillich das Dritte Finanzierungsabkommen. Danach erhält die Stiftung jährlich - bis einschließlich 2020 - vom Bund 9,3 Millionen Euro, vom Freistaat Sachsen 6,2 Millionen Euro und vom Land Brandenburg 3,1 Millionen Euro. Die Finanzierung dient zur Umsetzung staatlicher Aufgaben durch die Stiftung für das sorbische Volk, so Maria Schiemann.

Zweck der Stiftung ist die Pflege und Förderung der sorbischen Sprache und Kultur als Ausdruck der Identität des sorbischen Volkes. Die Unterstützung des Witaj-Konzepts hat bislang maßgeblich zur Belebung der sorbischen Sprache beigetragen.

Die Stiftung fördert jährlich Projekte sorbischer Vereine und Kulturgruppen, Chöre, Schulen und Gemeinden. Den Einwohnern in der Ober- und Niederlausitz stehen ein zweisprachiges Theater - das DSVTh Bautzen, eine Einrichtung für sorbische Sprachwissenschaft und Kulturgeschichte - das Sorbische Institut, ein Verlag für die Herausgabe von Büchern und Zeitschriften - der Domowina-Verlag, der sorbische Dachverband Domowina mit dem Witaj-Sprachzentrum, das Sorbische National-Ensemble sowie die beiden sorbischen Museen in Cottbus und Bautzen zur Verfügung.