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| 16:44 Uhr

Kommunalpolitik Lauta
22 Straßen in Lauta erhalten neue Namen

Bewohner von insgesamt 22 Straßen in der Stadt Lauta müssen „umziehen“ ohne ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.
Bewohner von insgesamt 22 Straßen in der Stadt Lauta müssen „umziehen“ ohne ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. FOTO: LR / Sascha Klein
Lauta. Die Mehrheit der Stadträte hat für eine großflächige Straßenumbenennung gestimmt. Von Anja Guhlan

Der Lautaer Stadtrat hat am Montagabend während seiner Sitzung mit zwölf Ja-Stimmen den Grundsatz-Beschluss zur großflächigen Straßenumbenennung gefasst.  Um die Notwendigkeit zu untermauern, hatte die Stadtverwaltung einen Disponenten von der Regionalleitstelle  zur Sitzung eingeladen.

Danny Haschick  erläuterte die Problematik bei der Regionalleitstelle mit den teils doppelten oder dreifach bestehenden Straßennamen. „Das Risiko besteht, dass wir Rettungswagen an einen falschen Ort schicken. In meinen Augen wären  nur einmal vergebene Straßennamen  sinnvoll“, erklärt Haschick.

  Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos), der solche Risiken unbedingt ausschließen möchte, votierte für Änderungen. Mehrere  Unternehmer, darunter eine Physiotherapeutin und ein Taxiunternehmer, melden beklagten in der Einwohnerfragestunde ihr Leid mit teilweise falsch zugestellter Post, Verwirrungen der Kunden bei der Anfahrt, falsch zugewiesenen Taxi-Fahrten oder falschen Adressangaben bei Ämtern.

Stadträtin Elke Förster (Die Linke) ist ganz bei den Unternehmern: „Dieses Problem besteht schon ewig, wir sollten es endlich mal bereinigen.“ Stadtrat Karl-Heinz Löffler (Bürgerbewegung) stellte sich weiterhin gegen eine Umbenennung. Er argumentierte, dass man die anfallende Arbeit und die damit verbundenen Kosten nicht einfach auf den Bürger abwälzen könne. Schließlich blieben die Ummeldungen bei Versicherungen, Ämtern etc. beim Bürger hängen.

Stadträtin Elisabeth Petsch ist in dieser Frage ganz bei Löffler. Zudem wagte sie ein Experiment, indem sie Postkarten mit der Postleitzahl von Lauta und den jeweiligen Ortsteilen als Stadtnamen versandte. „Alles kam an“, erklärt sie – für sie also nur alles eine Sache der richtigen Benennung. Hauptamtsleiterin Katrin Grader brachte ein Beispiel, wo es nicht möglich sei, Ortsteile einzubringen. „Beim Landratsamt gibt es vorgefertigte Eingabemasken. Wenn ich dort die Postleitzahl notiere kommt in der Auswahlmaske nur noch Lauta. Nach Ortsteilen kann man nicht auswählen.“  Das werde wohl bei mehreren Ämtern so praktiziert.

Am Ende war es eine Abwägungssache jedes Einzelnen. In einer namentlichen  Abstimmung stimmten schließlich zwölf Räte mit Ja, drei mit Nein. Eine Stadträtin enthielt sich. Nun wird die Stadtverwaltung beauftragt, konkrete Namensvorschläge für die betroffenen Straßen mit jeweils drei Auswahlmöglichkeiten auszuarbeiten. Diese sind nach Anhörung der Ortschaftsräte vom Stadtrat zu beschließen. Zudem sollen die von einer Umbenennung betroffenen Anwohner über die neuen Straßennamen per Stimmzettel mit entscheiden können.