| 06:15 Uhr

Oberlausitz
18 000 Unterschriften für „Begrenzung der Wolfspopulation“

Die Wolfspetition ist erfolgreich beendet worden und soll nun an den Landtagspräsidenten übergeben werden.
Die Wolfspetition ist erfolgreich beendet worden und soll nun an den Landtagspräsidenten übergeben werden. FOTO: Uwe Menschner
Oberlausitz. Eine Wolfs-Petition in der Oberlausitz hat 18 000 Unterstützer mobilisiert. Jetzt ist der Landtag am Zug.

Die von Georg Lebsa vertretene „Bürgerinitiative wolfsgeschädigter und besorgter Bürger“ will mit der Petition erreichen, dass gesetzliche Grundlagen für eine Begrenzung der sächsischen Wolfspopulation geschaffen werden. Auslöser waren die wiederholten Übergriffe von Wölfen des sogenannten „Rosen-
thaler Rudels“ auf Nutztierbestände in der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal und in den umliegenden Dörfern.

Die Initiatoren sehen darin laut Petitionstext  „eine Beeinträchtigung der seit 150 Jahren gewachsenen Kulturlandschaft, das Zurückdrängen der naturnahen Weide- und Nutztierhaltung und eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Menschen in der Natur“. In den vergangenen drei Jahren sei es zu 45 Wolfsangriffen auf Schafherden gekommen, davon zehn in der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal. Weiter heißt es: „Wir Dorfbewohner sind schon heute immer öfter Wolfsbegegnungen am und im Dorf ausgesetzt. Dieser Zustand ist unnatürlich. Das europäische Gesetz zum Schutz des Wolfes als bedrohtes Tier kann für unsere Lausitzer Region nicht mehr undifferenziert angewendet werden.“ Der RUNDSCHAU hatte Georg Lebsa bereits im Juni vorigen Jahres gesagt, dass die Initiatoren von Haus zu Haus gegangen seien, um Unterschriften zu sammeln: „In 900 kontaktierten Haushalten haben wir 874 Unterschriften erhalten.“ Lediglich drei Personen hätten sich explizit gegen das Anliegen ausgesprochen.

Unterdessen haben sich auch mehrere Mitglieder des sächsischen Landtages zum Anliegen der Petition geäußert. So sagte der Zittauer CDU-Abgeordnete Dr. Stephan Meyer: „Vor dem Aspekt der kontinuierlich zunehmenden Wolfspopulation gibt es im Sächsischen Landtag eine Initiative, den Sächsischen Wolfsmanagementplan weiter anzupassen. Es sollen wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen werden, ob nicht jetzt schon der ‚gute Erhaltungszustand‘ erreicht ist und damit die Herabstufung des Schutzstatus erfolgen kann.“ Seine Bautzener Fraktionskollegin Patricia Wissel betont: „Wir brauchen dringend rechtlich sichere Regelungen zur Entnahme von Wölfen in Sachsen. Artenschutz ist sinnvoll, hat aber auch seine Grenzen, spätestens wenn Wölfe für Menschen zur Gefahr werden, Nutztiere reißen und so große Schäden anrichten, dass Existenzen auf dem Spiel stehen.“

In einer Stellungnahme des Bad Muskauer Abgeordneten Thomas Baum (SPD) heißt es: „Eine Begrenzung der Wolfspopulation ist sinnvoll, sofern es um die Entnahme auffälliger Einzeltiere geht, die in bestimmten Regionen auffällig geworden sind. Ein generelles Jagen der Wölfe ist aber abzulehnen.“ Und Kathrin Kagelmann (Die Linke) aus Niesky erklärt: „In der Zeit seit dem Wiederauftauchen der Wölfe in der Lausitz ist kein einziger Angriff auf einen Menschen dokumentiert. Man muss Ängste ernst nehmen – aber zur Verantwortung gehört es auch, sie nicht zu schüren.“

Die AfD-Fraktion indes verweist auf einen eigenen Antrag vom November 2016 zur „Einführung effektiver Regulierungsmaßnahmen für die sächsische Wolfspopulation“. Einig sind sich die meisten Lausitzer Abgeordneten, dass es zunächst eine öffentliche Anhörung im zuständigen Fachausschuss geben soll, ehe weitergehende Entscheidungen getroffen würden.
Auch außerhalb von Sachsen hat die Petition Resonanz gefunden. So gab es in Niedersachsen 250, in Brandenburg 226 und in Bayern 211 Unterzeichner.

Wer mehr erfahren will, hier geht es direkt zur Online-Petition. Und hier gibt es eine weitere Petition aus Sachsen, diesmal gegen das Abschießen der Wölfe. Diese kommt bisher auf 320 Unterstützer.

Für viele Menschen in der Oberlausitz werden Wölfe zum Problem.
Für viele Menschen in der Oberlausitz werden Wölfe zum Problem. FOTO: Patrick Pleul / ZB