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1700 Reiter in der Oberlausitz unterwegs auf Osterprozession

Die Wittichenauer Kreuzreiter pflegen ihre Tradition seit 1541 Foto: trt1
Die Wittichenauer Kreuzreiter pflegen ihre Tradition seit 1541 Foto: trt1 FOTO: trt1
Wittichenau. Ostern ohne Osterreiten ist in der Lausitz einfach unvorstellbar. Bereits seit Jahrhunderten wird dieser Brauch gepflegt. Manche Orte können nach Angaben der Lausitzer Heimatforscherin Gisela Bruk mittlerweile mit einer 450-jährigen ununterbrochenen Reitertradition aufwarten. Torsten Richter/trt1

. Diesen Sonntag ist es wieder soweit. Mehrere Prozessionspaare begeben sich in die Nachbargemeinden, um die frohe Botschaft von der Auferstehung des Herrn, dem religiösen Kern des Osterfestes, singend und betend zu verkünden. Unterwegs sind ungefähr 1700 Reiter. Eine der größten Prozessionen findet zwischen Wittichenau und Ralbitz sowie in umgekehrter Richtung statt. Etwa 400 Reiter aus Wittichenau nehmen daran teil. Dort werde laut Organisationschef Roland Homola allerdings besonderer Wert auf den Begriff "Kreuzreiten" gelegt.

Bereits morgens um 5 Uhr treffen sich die Reiter in der katholischen Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt zur Reitermesse. In diesem Rahmen werden Teilnehmer, die bereits seit 25, 40 und 50 Jahren dabei sind, geehrt. Auch neue Reiter werden aufgenommen, informiert die katholische Pfarrgemeinde.

Ab 8 Uhr begeben sich die Reiter aus den Wittichenauer Pfarrdörfern zur katholischen Kirche in das Elsterstädtchen. Dort treffen sie sich mit den Wittichenauer Reitern. Gegen 9.30 Uhr erhält das Reiterpaar an der Prozessionsspitze die Kirchenfahnen. Anschließend übergibt der Pfarrer dem Kreuzträger das Kreuz. Dann wird dreimal um die Kirche geritten, bevor sich die Reiter auf den Weg nach Ralbitz begeben, um dort die Osterbotschaft zu überbringen. Zur Mittagsstunde treffen im Gegenzug die Ralbitzer Reiter in Wittichenau ein. Ab 18 Uhr sind die heimischen Ausflügler wieder im Elsterstädtchen zurück.

Weitere Prozessionen finden zwischen Crostwitz und dem Kloster St. Marienstern, zwischen Nebelschütz und Ostro, zwischen Radibor und Storcha sowie zwischen Bautzen und Radibor statt. Besonders beeindruckend ist es, wenn die Bautzener Reiter vor der Silhouette ihrer tausendjährigen Stadt gegen 11 Uhr über die Friedensbrücke hoch über der Spree reiten.