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| 02:43 Uhr

1600 Lautaer zurzeit ohne Hausarzt

Viele Patienten aus Lauta und Lautas Ortsteilen suchen zurzeit verzweifelt nach einem Hausarzt, der sie behandelt.
Viele Patienten aus Lauta und Lautas Ortsteilen suchen zurzeit verzweifelt nach einem Hausarzt, der sie behandelt. FOTO: Fotolia
Lauta. Rund 1600 Patienten haben nach dem unerwarteten Todesfall des Lautaer Mediziners Thomas Tränk ner keinen Hausarzt mehr. In anderen Praxen erhalten die Patienten keinen Termin oder werden abgewiesen. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen arbeitet an einer Lösung. Anja Guhlan / ang1

Viele besorgte Patienten tauschen sich mittels der sozialen Plattform Facebook miteinander aus: Welcher Hausarzt nimmt in Lauta noch Patienten auf? Wo bekommt man jetzt sein Rezept her? Auf viele dieser Fragen bekamen die Patienten, die sich zuvor von dem Allgemeinmediziner Thomas Tränkner behandeln ließen, in anderen Arztpraxen ein Schreiben in die Hand, das gleich vier Mediziner aus dem Raum Lauta verfasst haben. Ein Hilferuf angesichts des akuten Notstands und eine Handlungsempfehlung für die Patienten zugleich.

In dem Schreiben heißt es: Durch das Ausscheiden des Kollegen aus der ärztlichen Versorgung entsteht im "schon vorstehenden Ärztemangel eine weitere Versorgungslücke". Weiter heißt es: "Unsere Praxen sind vollständig ausgelastet, so dass eine weitere Aufnahme von Patienten nicht möglich ist." Zudem gibt es den ausdrücklichen Hinweis, an wen sich die Betroffenen wenden sollen. "Der gesetzliche Sicherstellungsauftrag liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, für die gesetzlichen Rahmenbedingungen der kassenärztlichen Versorgung sind die gewählten Landtags- und Bundestagsabgeordneten Ihre Ansprechpartner." Abgedruckt auf dem Schreiben sind daher Telefonnummern der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der vier Bundestagsabgeordneten des Landkreises Bautzen Caren Lay (Die Linke), Maria Michalk (CDU), Arnold Vaatz (CDU) sowie Stephan Kühn (Bündnis 90/ Die Grünen).

Sowohl Lautas Bürgermeister Frank Lehmann als auch schon einige Patienten haben bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen Alarm geschlagen. Michael Rabe, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), sagt auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "Eine konkrete Lösung für die Versorgungsprobleme gibt es derzeit leider noch nicht." Zwar gebe es laut des Geschäftsführers mehrere Optionen, um die bestehende Versorgungslücke zu entschärfen, jedoch arbeite und prüfe man derzeit diese Optionen. So sucht die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen derzeit händeringend nach ärztlichen Vertretern für eine vorübergehende Praxisfortführung und darüber hinaus nach Ärzten, die an einer Praxisübernahme und -nachfolge interessiert sind, so Rabe weiter.

Über den zeitlichen Rahmen, wann die Situation entschärft werden könnte, darüber vermag sich der KVS-Geschäftsführer nicht zu äußern. "Sollten sich geeignete Ärzte finden, ist die zeitliche Umsetzung abhängig vom jeweils gewünschten vertragsärztlichen Status", so Rabe. Sollte sich ein Arzt zum Beispiel für eine Praxisnachfolge entscheiden, muss zunächst der Ärzte-Zulassungsausschuss in Dresden über die Nachfolge entscheiden.

Den Betroffenen rät Rabe daher, sich im Notfall an die Notfallambulanz der Krankenhäuser zu wenden. "Darüber hinaus können wir leider nur empfehlen, die Suche nach einem Hausarzt in der weiteren Region vorzunehmen, um dort zumindest vorübergehend eine hausärztliche Betreuung zu erhalten."