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| 01:53 Uhr

15 Wichtel ziehen in den Wald

Erstmals durften die Zipfelmützenträger gestern in den neuen Waldwagen, hier mit Erzieherin Gesine Jank (r.). Auch andere Kinder, Eltern sowie Gäste beim Tag der offenen Tür schauten interessiert, welche Angebote gemacht werden. Fotos: Hagen Linke
Erstmals durften die Zipfelmützenträger gestern in den neuen Waldwagen, hier mit Erzieherin Gesine Jank (r.). Auch andere Kinder, Eltern sowie Gäste beim Tag der offenen Tür schauten interessiert, welche Angebote gemacht werden. Fotos: Hagen Linke
Hoyerswerda. Sie sehen ein wenig aus wie die Zwerge aus Grimms Märchen „Schneewittchen“. Rote Zipfelmützen und Rucksäcke trugen am Freitag die Jungen und Mädchen der „Waldwichtel“ aus der Kita „Spielparadies“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Schill-Straße. Von Hagen Linke

Die Mützen waren aber nicht die Attraktion beim Tag der offenen Tür. Es war der grün-gelbe Wagen, der künftig zum Tagesablauf einiger der 130 Kita-Kinder gehört.

Die „Waldwichtel“ sind nämlich eine neue Gruppe. 15 Kinder haben darin Platz. „Die Idee haben wir schon einige Jahre“, sagt Kita-Leiterin Carola Wenzel. Hier am Rande des WK IX ist der Wald gleich vor der Haustür. Was lag näher, als sich mit Waldpädagogik zu befassen, die ihren Ursprung in Skandinavien hat. Die großen Gruppen sind in Kühnicht schon regelmäßig unterwegs. „Hier können die Kinder Forscher, Erfinder und Entdecker sein“, sagt die Kita-Leiterin.

Der Bauwagen sah noch im Herbst grau und mit Graffiti beschmiert aus. Es benötigte viel Arbeit und Sponsoren, um ihn zur „Waldschule“ umzubauen. Darin sind Bücher, Schautafeln und Werkzeug. Auch eine Heizung ist eingebaut sowie Toilette und Waschbecken.

Der Wagen soll nächste Woche auf das Gelände des Awo-Altenzentrums in der Münzerstraße gebracht werden – nur ein paar Meter über die Straße. Dort sind dann die „Waldwichtel“ jeden Vormittag. Sie sollen ihre Grob- und Feinmotorik verbessern, Koordination und Tiefensensibilität, heißt es im Konzept: Der umgefallene Baum dient als Eisenbahn, Werkbank oder Küche. Werkzeuge wie Sägen und Schnitzmesser werden benutzt, oder Knete und Malsachen. Alles, was benötigt wird, kommt in Rucksack und einen Bollerwagen. Klappspaten gehören ebenso zum Gepäck wie Waschwasser und warmer Tee. Und natürlich die Zipfelmützen. Es ist interessant, was man alles im Wagen entdeckt: Sogar ein Stethoskop. „Damit können sie hören, wie jetzt im Frühling der Saft in den Birken hochsteigt“, erklärt Gesine Jank, eine der beiden Erzieherinnen für die neue Gruppe.

Die Kinder bewiesen schon gestern, dass sie einiges wissen. „Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald“ sangen sie. Passend zum Programm musizierten auch Jagdhornbläser aus der umliegenden Jägerschaft. Und auch der Elsterheider Revierförster Peter Muster war mit Nistkästen und Schautafeln in der Schillstraße. „Wir haben schon Führungen mit den Kindern gemacht und wollen das fortsetzen.“

Natürlich lernen die Kinder auch, dass sie im Wald gut aufpassen müssen. Ja, es gibt auch Waldregeln. Darin steht zum Beispiel: Es werden keine Beeren, Pflanzen oder Tiere gegessen und nur die mitgebrachten Lebensmittel dürfen nach dem Händewaschen gereinigt und gegessen werden. Und niemand läuft so weit weg, dass er keinen Betreuer mehr sieht.