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| 17:25 Uhr

Acht Orte namens Bergen pflegen Freundschaft
Freundschaft in Stein gemeißelt

 Die Freundschaft der acht Bergen aus Deutschland ist nun in Stein gemeißelt: Am Gedenkstein haben der Senftenberger Steinmetz Michael Merkle, der Ortsvorsteher von Neuwiese-Bergen Wolfgang Witschaß, Rainer Walde vom Sponsor VBH und Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark (v.l.n.r.) Aufstellung genommen.
Die Freundschaft der acht Bergen aus Deutschland ist nun in Stein gemeißelt: Am Gedenkstein haben der Senftenberger Steinmetz Michael Merkle, der Ortsvorsteher von Neuwiese-Bergen Wolfgang Witschaß, Rainer Walde vom Sponsor VBH und Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark (v.l.n.r.) Aufstellung genommen. FOTO: Rainer Könen
Bergen. Am Wochenende fand im Elsterheider Ortsteil Bergen das 13. Nationale Bergen-Treffen statt. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte die Enthüllung eines Gedenksteines. Von Rainer Könen

Der Mann fiel in der Menge auf. Pickelhaube, eine preußischblau-gefärbte Feuerwehruniform aus den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts – derart gewandet, streifte Thomas Jobst am Samstag auf dem Dorfanger in Bergen herum. Mit dabei: sein kleiner Fotoapparat.

Es gab ja auch einiges zu fotografieren, beim 13. Nationalen Bergen-Treffen, das in diesem Jahr im Elsterheider Ortsteil  durchgeführt wurde. Selbstverständlich war der 53-jährige Jobst zugegen, als in der Mittagsstunde ein neuer Gedenkstein in der Dorfmitte enthüllt wurde. Mit diesem, ein wenig an einen Hinkelstein erinnernden Steinklotz soll die Freundschaft der acht deutschen Orte namens Bergen gewürdigt werden. „Dieser Stein wird an die freundschaftlichen Bande erinnern, die bisher zwischen den acht teilnehmenden Orten geknüpft wurden“, sagt Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark.

Der 53-jährige Thomas Jobst lebt im Celler Ortsteil Bergen und pflegt sein Interesse an diesem Ortsnamen mit einer „Bergenmania“. 44 Orte des gleichen Namens gebe es weltweit, erzählt er. 24 Bergen in Deutschland. Zuletzt war er in Australien gewesen, hatte dort unweit von Brisbane eine kleine Ansiedlung namens Bergen besucht. Sogar in Marokko gebe es eine Ort­schaft dieses Namens. „War ich aber noch nicht.“ Der Mann, der auf dem niedersächsischen Nato-Truppenübungsplatz Bergen-Hohne arbeitet, hat alle Geschichten und Geschichtchen um die Bergens dieser Welt dokumentiert. Einige Ordner hatte er zum diesjährigen Treffen in die Lausitz mitgebracht. Eine Begegnung, bei der wieder verschiedene Landsmannschaften, mit ihren Dialekten, ihren unterschiedlichen Mentalitäten und Bräuchen aufeinandertrafen.

Von Rügen bis zum Chiemgau, von Bergen im Landkreis Celle bis zum winzig-kleinen Bergen im Saarland werden zwischen den Orten seit mehr als 20 Jahren Freundschaften gepflegt, die mittlerweile weit über die offiziellen Kontakte hinausgehen. Seit 1995 treffen sich acht Orte gleichen Namens. Alle zwei Jahre finden diese Nationalen Bergen-Treffen statt, immer an einem anderen Ort. Elsterheide war nun zum zweiten Male in der Rolle des Gastgebers.

Ernst Lüdiger hat schon etliche dieser Veranstaltungen miterlebt. Der aus Bergen im Chiemgau stammende 85-Jährige erzählte von den vielen Begegnungen, davon, wie er die Veränderungen in der Lausitz mittlerweile wahrnimmt. Lüdiger: „In den vergangenen Jahren sind die Menschen hier offener, weltläufiger geworden.“ Die Trachtengruppe aus dem Chiemgau, na klar, sie gehörte mit ihrer Vorführung am Samstag zu den Hinguckern, mit ihren Schnoizern und dem Peitschenknallen.

Wo im Saarland der 600 Einwohner zählende Ortsteil Bergen der Gemeinde Losheim am See liegt, zeigte Marketingmitarbeiterin Vanessa Mertes den Besuchern. Unweit „der weltbekannten Saarschleife“, wie sie betonte. Am Stand der Chiemgauer konnte man sich mit Leberkäs und Weißwürsten stärken, dazu gab es Infomaterial über Aktivurlaube im Chiemgau. Selbstverständlich sind diese Bergen-Treffen auch dazu da, darauf aufmerksam zu machen, dass es in anderen Regionen Deutschlands Orte gibt, die man mal als Urlaubsdestination ins Auge fassen kann. In Bergen auf Rügen ist das längst der Fall, das kennen viele in der Lausitz.

Begonnen hatte das diesjährige 13. Bergen-Treffen am Himmelfahrtsfeiertag. Da waren die Delegationen angereist, traf man sich nach einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt zum gemütlichen Plausch. Am folgenden Tag zogen die geladenen Gäste, etwa rund 100 waren es, durch die Höfe des Ortes. 16 Höfe rund um den Bergener Dorfanger hatten sich an der Kneipentour beteiligt. Am Samstag war auf dem Anger Markttreiben angesagt. Die Lausitz war durch die Seidewinkeler Trachtengruppe, das Tätzschwitzer Heimatmuseum, den Nardter Traditionsverein vertreten. Livemusik, Kegeln und eine Oldtimer-Ausstellung gehörten zum klassischen Programm des Festtages. Abgerundet wurde der Tag mit dem obligatorischen Tanzabend im Festzelt, fürs musikalische Unterhaltungsprogramm wurde die Party-Liveband „Na und!“ aus Cottbus engagiert.

Und überall sah man ihn - Thomas Jobst. Der Celler Bergenexperte, der von der 13. Ausgabe dieses Treffens einen weiteren Ordner anlegen wird, wird auch fürs nächste Bergen-Treffen in zwei Jahren wieder einen Teil seines Jahresurlaubs  „opfern“. Denn für ihn gilt da auf jeden Fall das olympische Motto: Dabei sein ist alles!

 Thomas Jobst aus Bergen/Celle ist ein richtiger Bergen-Experte. In historischer Uniform war er auch in der Elsterheide unterwegs.
Thomas Jobst aus Bergen/Celle ist ein richtiger Bergen-Experte. In historischer Uniform war er auch in der Elsterheide unterwegs. FOTO: Rainer Könen
 Die Freundschaft der acht Bergen aus Deutschland ist nun in Stein gemeißelt: Am Gedenkstein haben der Senftenberger Steinmetz Michael Merkle, der Ortsvorsteher von Neuwiese-Bergen Wolfgang Witschaß, Rainer Walde vom Sponsor VBH und Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark (v.l.n.r.) Aufstellung genommen.
Die Freundschaft der acht Bergen aus Deutschland ist nun in Stein gemeißelt: Am Gedenkstein haben der Senftenberger Steinmetz Michael Merkle, der Ortsvorsteher von Neuwiese-Bergen Wolfgang Witschaß, Rainer Walde vom Sponsor VBH und Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark (v.l.n.r.) Aufstellung genommen. FOTO: Rainer Könen
 Thomas Jobst aus Bergen/Celle ist ein richtiger Bergen-Experte. In historischer Uniform war er auch in der Elsterheide unterwegs.
Thomas Jobst aus Bergen/Celle ist ein richtiger Bergen-Experte. In historischer Uniform war er auch in der Elsterheide unterwegs. FOTO: Rainer Könen