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1000 Euro Belohnung zur Ergreifung des Wolfsschützen

Angefahrener Welpen bei der tierärztlichen Untersuchung.
Angefahrener Welpen bei der tierärztlichen Untersuchung. FOTO: Lupus
Rietschen. Erst beschossen, dann überfahren – so endete das Leben eines Wolfswelpen in der vergangenen Woche bei Bernsdorf (Sachsen). Die Tierschutzorganisation Peta hat nun 1000 Euro Belohnung für Hinweise zu dem Fall ausgesetzt. bob

Auf der Straße zwischen Bernsdorf und Leippe war der Wolfswelpe am Mittwochmorgen angefahren worden. Der männliche Welpe überlebte den Unfall zwar, schleppte sich noch einige Meter von der Fahrbahn und blieb dann liegen. Er wurde noch zum Tierarzt gebracht, musste dann dort allerdings eingeschläfert werden. Doch die Mediziner entdeckten noch mehr: "Die Untersuchung bestätigte, dass der Welpe vor längerer Zeit, bereits in sehr jungem Alter, beschossen wurde", berichtet Vanessa Ludwig vom Wolfsbüro Lupus in Rietschen.

Nun reagieren Tierschützer auf den Fall. "Wölfe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Deutschland streng geschützt, ihre Tötung oder der Beschuss stellt eine Straftat dar", erklärt die Organisation Peta Deutschland. Um die Suche nach dem Schützen zu unterstützen, setzt die Gruppe eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Tierquälers führen. "Bitte helfen Sie mit, diese brutale Tat aufzuklären", erklärt Sprecherin Judith Pein. "Wie skrupellos muss ein Mensch sein, dass er auf einen hilflosen Wolfswelpen schießt und ihn dann noch unter Schmerzen tage- oder wochenlang herumirren lässt." Die Tierrechtsorganisation vermutet den Täter "in Jägerkreisen". "Laut einer Recherche des MDR wurden seit 2000 bislang 18 illegale Wolfstötungen in Deutschland bekannt- die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Die Täter werden nahezu nie gefasst. Lediglich drei Schützen konnten bislang überführt werden: alle drei Jäger", heißt es in einer Mitteilung von Peta.