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Zuschauerrekord in Gräfendorf und zudem ein tolles Spiel

Gräfendorf.. Zu wenige Eintrittskarten hatten die Gräfendorfer Veranstalter für dieses Freundschaftsspiel drucken lassen, denn mit 650 Zuschauern hatten wohl die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Aber der TSV 1878 Schlieben macht sich in der Vorbereitung mit Spielen in der hiesigen Region auch rar. Das Spiel in Gräfendorf war das einzige Vorbereitungsspiel, das die TSV-Anhänger in heimischer Umgebung sehen konnten. Zumal die Schliebener gern nach Gräfendorf fahren. Die Zusammensetzung der Zuschauerpalette aber reichte von Cottbusser Fans, über Vereine, die den TSV beobachten wollten, auch Späher vom Ludwigsfelder FC, dem ersten Punktspielgegner und aus Luckenwalde waren zu Gast. Von Wolfgang Geister

Im gesamten Spielverlauf war dann auch der Klassenunterschied zugunsten der Oberligamannschaft zu spüren. Die Cottbusser, die schon drei Wochen in der Vorbereitung stehen und viele Vorbereitungsspiele bestritten haben, waren dem TSV in der Spritzigkeit, Kondition und im Zusammenspiel deutlich überlegen.
Cottbus setzte die Verbandsligamannschaft sofort unter Druck und ließ keinen Spielaufbau der Schliebener zu. Schnelle Ballstaffetten führten dann natürlich auch zu Chancen. Bereits in der 9. Minute musste Patrick Hinderlich bei einem Kopfball von Rohde auf der Hut sein. Aber Torsten John vom TSV hatte in der 13. und 15. Minute auch gute Möglichkeiten. Aber Teichmann im Energie-Tor war rechtzeitig draußen. Im Gegenzug wehrte der TSV-Keeper einen Schuss von Weller per Faustabwehr gut ab.
Kmetsch hatte eine Riesenchance, schob den Ball aber am Pfosten vorbei ins aus. Nach einer schnellen Kombination über mehrere Stationen und einem Zweikampf zwischen Silvio Kurde und Dörry zeigte Schieri Förster auf den Punkt. Patrick Hinderlich wäre fast am gut geschossenen Elfmeter von Weller noch dran gewesen. Einen Freistoß von Mario Barczyk aus 32 Metern hatte der Cottbusser Keeper wohl doch etwas unterschätzt, nur knapp zischte der Ball über die Latte.

Ausgleich vor der Pause gelang nicht
Heiko Gajewski hätte dann aber den Ausgleich kurz vor der Halbzeit machen können. Mit seiner besten Parade im Spiel konnte Teichmann aber mit letztem Einsatz den Ball um den Pfosten drehen.
Das, was zu befürchten war, trat ein: Der TSV konnte in der zweiten Hälfte das hohe Tempo der Energiespieler nicht mehr mithalten. Die Einschussmöglichkeiten häuften sich.
Schuchhardt nahm in der 49. Minute ein Zuspiel hervorragend an und erzielte per Direktschuss das 2:0. Verdienter Beifall von den Rängen für diesen schönen Treffer. In der 60. Minute dann die Spielentscheidung. Eine Faustabwehr in die Füße des Gegners, beantwortet dieser mit einer genauen Flanke von der Grundlinie und Schötz erzielt mit herrlichem Volleyschuss das 3:0.
Schade, dass nach einer Unachtsamkeit in der TSV-Abwehr Lettau ohne Mühe dass 4:0 aus Nahdistanz erzielen kann.
Den Ehrentreffer hätte sich der TSV aber verdient und Torsten John hatte auch einige Möglichkeiten dazu. Seine Heber aus unbedrängter Position, allein vor dem Keeper, gingen aber leider auch neben das Tor. In der 86. Minute traf Rohde dann noch mit einem unhaltbarem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 5:0.

Gar nicht so schlecht gespielt
Gemessen an den Chancenanteilen geht der Sieg des Oberligisten auch in dieser Höhe in Ordnung. Der TSV steht gerade am Beginn der Vorbereitung, erst ein Spiel beim Landesklassenvertreter in Lauchhamer wurde angetreten und 5:2 gewonnen. Die Schliebener Spieler mussten im Training bisher vorwiegend den Langen Berg und die Treppen zum Martinsturm bezwingen.
Fakt ist, dass die Zuschauer ein unterhaltsames Fußballspiel gesehen haben und die Fußballanhänger der Region haben wieder mal einen Ausspruch eines Schiedsrichters aus dem Berliner Raum gegenüber dem Schreiber dieser Zeilen bezüglich der Zuschauerzahlen bestätigt: „Ihr seid schon eine fußballverrückte Gegend“ . Denn Energie Cottbus kann in der Oberliga von einer solchen Zuschauerkulisse meistens nur träumen.
Dank auch an die Gräfendorfer Organisatoren, die gezeigt haben, dass höherklassige Fußballspiele auch in Gräfendorf organisiert werden können.
Der TSV testet sich weiter heute in Schwarzheide und am Donnerstag um 19 Uhr in Thalberg gegen Bad Liebenwerda. Auch in Hohenleipisch beim Sportfest wird am 2. August um 17.30 Uhr das Hauptspiel bestritten.


Aufstellung TSV:

Hinderlich, Urban, Zwanzig, Barczyk (Jäschke), Marx, Bartsch, Kurde (Prinz), Marth (Eigl), M. John, T. John, Gajewski;
Aufstellung Energie:
Teichmann, Lempke, Nuhs, Rohde, Wehle, Dörry, Lettau (Lortz), Weller, Schötz, Kmetsch (Schuchardt);
Schiedsrichter: Förster, John und Sehmisch;
Zuschauer: 650.