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| 14:24 Uhr

Vereinsjubiläum
Zum Weinabend in Schlieben gab’s nur beste Tropfen














Beim Weinabend in Schlieben ging es unterhaltsam zu. Er gehört zu der Reihe der Veranstaltungen, die die Hobbywinzer jährlich organisieren.
Beim Weinabend in Schlieben ging es unterhaltsam zu. Er gehört zu der Reihe der Veranstaltungen, die die Hobbywinzer jährlich organisieren. FOTO: privat
Schlieben. Schliebener Winzer freuen sich zum Jubiläum über ein volles Haus.

Was für ein schöner Weinabend! Die Gastgeber vom Schliebener Weinbauverein haben sich über „volles Haus“ im Drandorfhof freuen können. Und das in ihrem Jubiläumsjahr. Immerhin kann der „Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Schlieben“, wie die Hobbywinzer höchst amtlich benannt sind, sein 25-jähriges Bestehen feiern.

Ortschronist Hans-Dieter Lehmann weiß: „Weinbau ist eine Tradition, die in Schlieben bis in das Mittelalter zurückreicht. Eine fast hundertjährige Interimszeit im 19./20. Jahrhundert ließ allerdings ein Ende des Schliebener Weinbaus befürchten. Doch es sollte anders kommen. Die Renaissance des Weinbaus ist ein Verdienst der Schliebener Stadtverordneten, insbesondere der damaligen Bürgermeisterin und späteren Amtsdirektorin Iris Schülzke.“ In der Vereinschronik ist festgehalten, dass die Gründung am 4. März 1993 erfolgte. Zu seinen Zielen gehörte es, die Rebflächen auf dem Langen Berg zu rekultivieren und den Weinberg durch landschaftspflegerische Maßnahmen zu einem lebenden Naturdenkmal zu gestalten.

„25 Jahre sind seitdem ins Land gegangen. Der Schliebener Verein zieht eine sehr positive Bilanz. Die Vereinsgründung wurde zu einer Erfolgsgeschichte. Allerdings stellten sich die Erfolge nicht von allein ein, denn Schwierigkeiten und Probleme mussten bewältigt werden. Genehmigungen mussten vom Kreis über Potsdam, Bonn und Brüssel eingeholt werden.

Auch die praktischen Arbeiten auf dem Weinberg waren nicht einfach. Trotz Enthusiasmus, kein Mitglied hatte irgendwelche Erfahrungen betreffs Weinbau. Die Hilfe kam von erfahrenen Winzern aus dem benachbarten Jessen. Peter Raschig und die Familie Hanke wären da zu nennen. Schließlich brachten die Vereinsmitglieder gemeinsam mit ABM-Kräften die ersten Rebpflanzen in den Boden“, erinnert sich der Ortschronist.

Praktische Erkenntnisse brachten Exkursionen in alte Weinbaugebiete wie Meißen, Radebeul und Jessen.

Neben dem Weinberg üb(t)en aber auch die alten Bergkeller in der historischen Kellerstraße eine besondere Anziehungskraft auf Einheimische aus. Zum Moienmarkt oder dem Kellerstraßenfest im Oktober erweisen sie sich als Besuchermagnet. Der Schliebener Verein mit seinem Weinangebot lockt dann immer viele Besucher an. Er veranstaltet darüber hinaus regelmäßig den „Tag des offenen Weinbergs“, den Pfingstfrühschoppen, die Weinlese sowie die Veranstaltungen „Martinsgans und Schliebener Wein“ sowie „Klassik und Wein“.

Und nicht nur in Schlieben und in der Region waren und sind die Hobbywinzer aktiv, sondern zum Beispiel auch bei der Landesgartenschau in Luckau, bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten in Stechau und Lebusa, bei Weinfesten in Bad Liebenwerda, Doberlug, Werder, Lübben, Fürstlich-Drehna, auf dem „Höllberghof“, in Ahlsdorf, Bad Muskau und sogar Berlin. „Zahlreich waren auch die Gäste aus dem In- und Ausland, die den Weinberg und die Bergkeller besuchten. Sie kamen aus Österreich, Frankreich, Schweden, den USA, China, Lettland und anderen Ländern. Die 10 000er-Marke ist längst geknackt. Die Statistik des Vereins für die letzten 25 Jahre hält weitere imponierende Zahlen parat. So wurden zum Beispiel seit 1998 durch die Mitglieder des Vereins 60 546 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Insgesamt wurden 117 906 Kilogramm Trauben geerntet. Diese Menge entspricht 103 757 Flaschen“, hat Hans-Dieter Lehmann in Erfahrung gebracht.

Er weiß auch: „Die erfolgreiche Arbeit wurde mit einer Reihe von Auszeichnungen gewürdigt. Silber- und Bronzemedaillen erhielten die Schliebener Weine bei überregionalen Bewertungen.“ Und beim Weinabend gab es dafür viel Lob zu hören. Neben Weinen der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen mussten sich die guten Tropfen der Gastgeber keinesfalls verstecken. Vorgestellt wurden sie allesamt von der geschwätzigen Weinmagd Matilda aus Meißen, assistiert von der Sächsischen Weinkönigin Maria Lehmann und der Weinprinzessin Maria Czerch.

Zum Komplettpaket des Abends gehörten außerdem ein deftiger Winzerteller, serviert vom Gasthof „Am Waldesrand“, und musikalische Unterhaltung vom Männergesangverein und von DJ Mahlo, der nach der kurzweiligen Verkostung zum Tanz aufspielte.

(red/sk)