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Zum neuen Busplatz in Herzberg sind jetzt auch die Bürger gefragt

Derzeit gibt es am Gymnasium in der Anhalter Straße beidseitig nur eine Bushaltestelle. Der Bereich soll zum Busplatz ausgebaut werden.
Derzeit gibt es am Gymnasium in der Anhalter Straße beidseitig nur eine Bushaltestelle. Der Bereich soll zum Busplatz ausgebaut werden. FOTO: D. Müller/dmu1
Herzberg. Wie weit ist die Planung für den neuen Busplatz im Bereich Anhalter Straße/Falkenberger Straße in Herzberg? Mit dieser Frage haben sich die Abgeordneten des Herzberger Bauausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt. Zusammengefasst ist der Stand der Planungen soweit fortgeschritten, dass die Ausführungsplanung und die Ausschreibungsunterlagen Ende des Jahres fertig sein sollen, so Michael Haß, zuständiger Planer beim Ingenieurbüro Steinbacher Consult in Herzberg. Birgit Rudow

Noch befindet sich das Projekt in der Vorplanungsphase. Involviert sind vier Partner: der Landesbetrieb Straßenwesen als Baulastträger, der Landkreis als Schulträger des dort ansässigen Gymnasiums und verantwortlicher Träger des ÖPNV, die Stadt Herzberg als Projektverantwortlicher und Baulastträger für den kommunalen Straßenbereich sowie die Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH, die für die Planung und Organisation der Beförderung zuständig ist. Hinzu kommen noch die verschiedenen Ver- und Entsorgungsunternehmen, die Anlagen im öffentlichen Raum betreiben. Alle müssen mit ihren Interessen unter einen Hut gebracht werden. So forderte das Verkehrsmanagement unter anderem mindestens sieben Haltepunkte und zwei Abstellflächen für wartende Busse. Der Landkreis erwartet, dass die Zufahrt zum Kreishaus (Musikschule, Volkshochschule) und zum Gymnasium erhalten bleibt. Zwischen Kreishaus und Busplatz soll ein Gehweg, eventuell auch ein Radweg errichtet werden.

In den vergangenen Wochen hat sich aus mehreren Entwürfen eine Vorzugsvariante der Beteiligten mit neun Busplätzen herauskristallisiert, so Michael Haß. Sie beinhaltet ein Ausschwenken der Falkenberger Straße im Kreuzungsbereich, um die Wenderadien für die Busse und die Schleppkurven einzuhalten. Auch die Vorfahrtregelung im Bereich Anhalter Straße /Falkenberger Straße soll geändert werden. Die Planer möchten die Anhalter Straße komplett zur Hauptstraße machen.

Doch das stößt auf Widerstand. Der Landesbetrieb Straßenwesen hat diese Vorzugsvariante so nicht akzeptiert. Die abbiegende L 67 soll wie bisher als übergeordnete Straße die Hauptstraße bleiben, erklärte Michael Haß. Auch ein externes Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen, das in einem Audit prüft, ob die geforderten Standards eingehalten werden, hat unter anderem Probleme mit den Verkehrsströmen und Konflikte zwischen Fußgängern und Fahrzeugen ausgemacht. Das Planungsbüro wird den Bauentwurf jetzt noch einmal anpassen, so Michael Haß. Dann startet das Verfahren zur Anhörung der Träger öffentlicher Belange.

Die Mitglieder des Bauausschusses durften ihre Meinung zu der Vorplanung hingegen gleich kundtun. Cornelia Böck (Linke) lehnt den Standort für den neuen Busplatz im Bereich Falkenberger-/Anhalter Straße grundsätzlich ab. "Aus meiner Sicht ist die Standortwahl für den Busplatz falsch. Die Bürger, die dort wohnen, müssen das alles ertragen", sagte sie und forderte eine schnelle Einbeziehung der Herzberger und vor allem der Anwohner in diesem Bereich.

So soll jetzt parallel zur Trägerbeteiligung eine Bürgerinformation stattfinden. "Wir werden einen Termin suchen, um auch eine direkte Bürgerbeteiligung zu ermöglichen", so Bauamtsleiter Rüdiger Bader. Mit diesem Vorschlag erklärten sich alle Ausschussmitglieder einverstanden.

Zum Thema:
Zur Vorplanung war im März auch eine automatische Verkehrszählung an dem Knotenpunkt vorgenommen worden. Danach fuhren auf der L 67 aus Richtung Falkenberg und in die Gegenrichtung täglich 6052 Fahrzeuge. Auf der L 67 in der Anhalter Straße waren es 2392 und in der Anhalter Straße Richtung Zentrum und umgekehrt 6283. Die Prognose bis 2025 ist deutlich steigend.