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Zum Garbenfest auch das Herrenhaus bevölkert

Michael Thormann (l.) leitet die Führung durch das Herrenhaus Kolochau.
Michael Thormann (l.) leitet die Führung durch das Herrenhaus Kolochau. FOTO: Dieter Müller/dmu1
Kolochau. Kolochauer Interessengemeinschaft Historisches Feld hat darin umfangreich saniert und den Baufortschritt erstmals öffentlich gezeigt. Sylvia Kunze

Glück haben sie gehabt, die Frauen und Männer der Interessengemeinschaft Historisches Feld. Die gesamte vergangene Woche haben sie immer wieder um "ihre" Ernte gebangt. Getreide mähen und Garbenfest feiern im Regen - das hat es zwar schon gegeben, aber so richtig schön war es nicht. Aber dann hatte Petrus ja doch ein Einsehen und bescherte der Erntekolonne und allen fleißigen Helfern rund um das Fest passables Wetter.

So wurde es für viele ein sehr kurzweiliger Besuch: beim Zusehen der alten Erntetechniken mit Sense, Ableger und Mähbinder ebenso wie beim Erkunden des Herrenhauses. In dem ist fast ein Jahr lang sehr intensiv gewerkelt worden, um der alten Bausubstanz auf die Sprünge zu helfen. Speziell die Fußböden bedürfen einer Sanierung. Ein Großteil ist bereits geschafft, deshalb konnten nach einem Jahr "Sperrzeit" auch erstmalig wieder die Türen geöffnet werden.

"Werner Enigk, Klaus Enigk und Klaus Bastian, die drei rüstigen Rentnern haben Stunden um Stunden Arbeit investiert", berichtet Gerd Brzoza von der Interessengemeinschaft. "Vor einem Jahr hat noch keiner daran geglaubt, dass wir das überhaupt schaffen. Aber dank der Hilfe vieler ist es uns doch gelungen", freut er sich.

Alle Mitglieder der Interessengemeinschaft haben nach ihren Möglichkeiten mit zugefasst, auch der Jugendclub und der Faschingsverein waren zur Stelle, als fleißige Hände gebraucht wurden. "Zu manchem Einsatz haben wir hier bis zu 30 Personen gezählt", berichtet Brzoza, wie ein Dorf zusammenhält. Unterstützung von regionalen Baufirmen und von der Gemeinde habe die Sache abgerundet und wesentlich zum Gelingen der Mammutaufgabe beigetragen.

Ganz nebenbei ist dabei die Ausstellung mit überarbeitet worden. So ist zum Beispiel das Handwerkerzimmer neu gestaltet. Es beherbergt jetzt auch Erinnerungen an die alte Gaststätte, die im Vorjahr abgerissen worden ist.

Das Erdgeschoss des Herrenhauses kann sich jedenfalls schon wieder sehen lassen. Davon haben sich am Sonntagnachmittag viele Besucher überzeugt. Keller und Obergeschoss sind in Arbeit. Nebeneffekt: Es wird irgendwie alles, was vorrätig ist, noch einmal angefasst und begutachtet. "Dabei haben wir festgestellt, dass sich einiges angesammelt hat, was wir entweder doppelt haben oder eigentlich gar nicht brauchen", konstatiert Gerd Brzoza. Derartige Schätzchen haben den Flohmarkt bereichert und fanden manchen neuen Besitzer.

Nächste Möglichkeit, sich vor Ort umzusehen, ist am 15. Oktober. Dann wird zum Kürbisfest eingeladen. "Das wird immer besser angenommen und läuft dem Garbenfest den Rang ab", weiß Brzoza.