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| 12:59 Uhr

Züllsdorf
Züllsdorfer setzen auf das „Wir“-Gefühl

Am Donnerstag war Rundschau-Termin in Züllsdorf. Bei "LR vor Ort" rückte das Gemeinschaftsgefühl im Dorf immer wieder in den Mittelpunkt der Gespräche.
Am Donnerstag war Rundschau-Termin in Züllsdorf. Bei "LR vor Ort" rückte das Gemeinschaftsgefühl im Dorf immer wieder in den Mittelpunkt der Gespräche. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Züllsdorf . Im größten Herzberger Ortsteil ist das beim Rundschau-Besuch bei „LR vor Ort“ einmal mehr bekräftigt worden. Von Sylvia Kunze

Die Züllsdorfer haben ihre Ziele im Rahmen einer Leitbildplanung für ihr Dorf ganz klar formuliert. Unter dem Thema „Heimat für Familien“ nehmen sie sich zum Beispiel vor, die Kita zu erhalten und durch weitere Renovierungsmaßnahmen attraktiver zu gestalten, mit der Errichtung eines „Schulgartens“ den Mädchen und Jungen den Naturkreislauf zu vermitteln und ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen zu ermöglichen sowie die Erreichbarkeit des Fermerswalder Bahnhofs mit dem öffentlichen Nahverkehr durch das Errichten einer Bushaltestelle zu verbessern. Beim Punkt „Regionale Wirtschaft stärken“ setzen sie auf eine Anpassung des Breitbandnetzes an die technischen Entwicklungen und auf die Erneuerung der innerörtlichen Annaburger Straße, um die Verkehrsanbindung von Unternehmen zu verbessern.

Bei weiteren Unterpunkten kommen noch einige konkrete Vorhaben hinzu. „Es geht uns dabei vor allem darum, junge Leute im Dorf zu halten bzw. ins Dorf zu holen, aber auch für die bereits Ansässigen das Dorf weiter lebenswert zu gestalten“, bekräftigt Ortsvorsteher Ulrich Grundmann.

Die Züllsdorfer, die dieses Leitbild erarbeitet haben, haben gut analysiert und genau die Probleme als Handlungsfelder aufgelistet, die nicht nur einige wenige aus dem Dorf mal gern gelöst sähen, sondern viele. Das zeigte sich bei der Diskussion, die beim Rundschau-Besuch im Rahmen von „LR vor Ort“ am Donnerstagabend mit zahlreichen Einwohnern in der Warmbierhalle geführt worden ist. Ohne das Leitbild zur Hand genommen oder darauf direkt abgezielt zu haben, kamen genau diese Themen zur Sprache. Gut, dass Bürgermeister Karsten Eule-Prütz mit am Tisch saß und manches Vorhaben für die anwesenden Bürger auch einmal zeitlich einordnen konnte. Denn bei allem beschriebenen Papier steht letztlich die Frage: Was ist von den Zielen wirklich umsetzbar und was eventuell vielleicht nicht.

Ohne ins Detail zu gehen, kündigte Eule-Prütz in Sachen Mobilfunkversorgung, die zuvor noch einmal von Dorsten Höhne kritisiert worden war, an, dass da „definitiv was passieren“ werde. Obwohl so mancher der lückenhaften Versorgung durchaus auch Vorteile abgewinnen kann. „Wenn du in der Kneipe bist, kann dich deine Frau telefonisch nicht nach Hause beordern“, kam als neckischer Zwischenruf.

Weniger optimistisch hinsichtlich schneller Veränderungen zeigte sich der Bürgermeister jedoch im Punkt Straßenbau. Wegen der angespannten finanziellen städtischen Lage weckte er da aktuell keine Hoffnungen, selbst wenn man um den wirklich schlechten Zustand der Annaburger Straße wisse. Aber sein Notizbuch füllte sich dennoch: nämlich mit Hinweisen der Züllsdorfer, dass man sich eine direkte Anbindung nach Annaburg wünscht und eine Weiterführung des Radwegs in Richtung Sachsen. Zumindest letztgenannter Wunsch sollte sich womöglich in Zusammenarbeit mit den sächsischen Partnern realisieren lassen.

Keinen Zweifel ließen die Züllsdorfer daran, dass sie auch in Zukunft weiter auf das „Wir“-Gefühl im Dorf setzen wollen. „Beispielhaft“, wie Karsten Eule-Prütz einschätzt. „Hier wird viel in Eigeninitiative gemacht und nicht ständig nach Geld gefragt“, hat er in seiner noch kurzen Amtszeit als Bürgermeister bereits registriert. „Wenn man die Züllsdorfer braucht und um Hilfe bittet, dann sind sie da. Das war schon immer so“, sagt Viola Bernhardt. Ulrich Grundmann stimmt zu: „Das ist bis heute so geblieben und wird hoffentlich noch lange anhalten“, wünscht er sich. Zur Sprache kommen Initiativen und Bemühungen der Vereine ebenso wie von Privatpersonen. Da ist von der rührigen Einkaufsladenbetreiberin ebenso die Rede wie vom Engagement der Familie Hanke in Sachen Kirche. „Bei uns kommen Alt und Jung gut miteinander klar“, schätzt Grundmann ein.

Und damit man womöglich in der jetzt dunkler und kälter werdenden Zeit den Kontakt nicht verliert, werden schnell noch die nächsten Termine ausgetauscht: das Lichterfest in der Kita, das vom Kultur- und Heimatverein organisierte Gänsekeulenessen, die Doppelkopf-Dorfmeisterschaften – und was da noch alles bis zum Jahresende folgen wird.